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Etanercept

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Etanercept ist ein Medikament, das in der Fachsprache als TNF-alpha-Blocker bezeichnet wird und zu den sog. Biologicals gehört. Biologicals sind Medikamente, die biotechnologisch hergestellt werden.Was sind

 

 

TNF-alpha-Blocker und wie wirken sie?

 

TNF-alpha ist ein Botenstoff des Immunsystems, der bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wesentlich an der Entstehung der Gelenkentzündung beteiligt ist. TNF-alpha-Blocker binden TNF-alpha und verhindern so dessen biologische Wirkung. Dadurch werden Schmerzen, Schwellungen und das Fortschreiten der Erkrankung vermindert.

 

 

Für welche Patienten kommt die Therapie mit Etanercept in Frage?

 

Etanercept ist zur Behandlung entzündlich rheumatischer Erkrankungen zugelassen. In der Regel wird es erst dann eingesetzt, wenn das Ansprechen auf andere Basistherapeutika unzureichend ist oder diese zu Nebenwirkungen führen.

 

 

Wie wird die Behandlung mit Etanercept durchgeführt?

 

Etanercept wird unter die Haut injiziert. Nach einer Einweisung in die Injektionstechnik und mit Einverständnis Ihres Arztes können Sie sich Etanercept selbst injizieren. Die Injektionsstelle sollte gewechselt werden.

 

 

Wann tritt die Wirkung ein?

 

Manchmal ist schon am ersten Tag, meist nach 2 bis 3 Wochen eine Wirkung zu spüren, die maximale Wirkung wird häufig erst nach 2 oder 3 Monaten erreicht.

 

 

Wie lange wird die Behandlung mit Etanercept durchgeführt?

 

Es ist notwendig, dass die Behandlung mit Etanercept langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie die Behandlung regelmäßig bekommen. Sie muss auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit wieder verschlimmern.

 

 

Können Nebenwirkungen auftreten?

 

Bei jeder Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten, dies gilt auch für die Therapie mit Etanercept. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten, oft leicht bis mäßig ausgeprägt und gut zu behandeln. Nur selten sind sie so schwerwiegend, dass ein vorübergehendes, seltener ein dauerhaftes Absetzen der Therapie erforderlich wird.Mögliche Nebenwirkungen der Etanercept-Therapie sind Reaktionen an der Einstichstelle und andere allergische Hautreaktionen, Juckreiz, Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken, Gefühlsstörungen, Doppeltsehen oder Muskelschwäche. Nebenwirkungen am Herzen oder an der Lunge können sich durch Kurzatmigkeit oder Schwellungen der Füße bemerkbar machen. Da TNF-alpha auch zur Abwehr von Infektionen benötigt wird, dürfen Sie Etanercept bei Fieber nicht injizieren. Andere Infektionszeichen wie Husten, Fieber, Unwohlsein, schlecht heilende Wunden, Zahnprobleme und Brennen beim Wasserlassen sollten Sie unbedingt beachten. Bei allen Infekten, auch ohne Fieber, sollten Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt fragen, ob Sie die Etanercept-Therapie fortsetzen dürfen.In vereinzelten Fällen wurden während einer Etanercept-Therapie Lymphome (bösartige Neubildungen des lymphatischen Gewebes) beobachtet. Diese können bei Patienten mit langem Krankheitsverlauf, die bereits andere, auf das Immunsystem wirkende Therapien erhielten, häufiger auftreten. Ob Etanercept das Risiko für Lymphome darüber hinaus erhöht, ist zurzeit noch nicht eindeutig geklärt. Nach derzeitigem Wissensstand ist es auch nicht auszuschließen, dass Etanercept das Fortschreiten von Krebserkrankungen begünstigt. Deshalb sollten Patienten mit früher behandelten oder neu diagnostizierten Krebserkrankungen nur nach sorgfältiger Abwägung individueller Risiken behandelt werden. Unklar ist zurzeit auch, ob das Risiko eine Multiple Sklerose (Erkrankung des zentralen Nervensystems) zu bekommen, durch die Behandlung erhöht ist. Wenn Sie Multiple- Sklerose haben, wird Ihr Arzt sorgfältig abwägen müssen, ob Sie Etanercept erhalten.

 

 

Wie oft müssen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden?

 

1. – 3. Monat    4. – 6. Monat    ab 7. Monat
alle 14 Tage    alle 4 Wochen    alle 3 Monate

 

 

Was müssen Sie bei der Anwendung anderer Medikamente beachten?

 

Eine zuvor bestehende Behandlung mit Methotrexat wird meistens fortgesetzt. Etanercept kann alleine oder in Kombination mit Kortisonpräparaten oder (Rheuma)-Schmerzmitteln gegeben werden. Deren mögliche Nebenwirkungen müssen weiter beachtet werden. Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Medikamente einnehmen, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

 

 

Schwangerschaft und Stillzeit

 

Über die Auswirkungen einer Etanercept-Therapie in der Schwangerschaft und beim Stillen liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Eine Schwangerschaft muss deshalb während der Etanerceptbehandlung und in den ersten 3 Monaten nach Absetzen des Etanercept sicher verhütet werden. Die gleichen Fristen gelten auch für Männer, die ein Kind zeugen wollen.

 

 

Was ist außerdem noch während der Behandlung mit Etanercept noch zu beachten?

 

Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie nicht erfolgen. Wenn Sie vor einem größeren operativen Eingriff stehen, muss individuell über eine Therapiepause entschieden werden. Da vereinzelt Fälle von Tuberkulose bei mit Etanercept behandelten Patienten berichtet wurden, wird Ihr Arzt Sie vor dem Beginn der Behandlung auf Anzeichen und Symptome einer auch früher durchgemachten Tuberkulose untersuchen. Wenn dabei Hinweise auf eine nicht vollständig ausgeheilte Tuberkulose gefunden werden, sollte eine Tuberkuloseprophylaxe mit dem geeigneten Medikament (INH in Kombination mit Vitamin B6) über 9 Monate gegeben werden. Lagerung und Aufbewahrung, Transport und Reisen:Die Etanercept-Fertigspritzen müssen in der Faltschachtel bei +2 bis +8 °C im Kühlschrank gelagert werden, sie dürfen nicht einfrieren. Auf Reisen können Sie Etanercept in einer Kühltasche mit Kühlelement, transportieren, die Sie über Ihren Arzt oder Apotheker erhalten. Die Einfuhr von Medikamenten unterliegt häufig besonderen Regularien. Über Ihren Arzt oder Apotheker können Sie ein mehrsprachiges Informationsblatt zur Vorlage beim Zoll oder bei Sicherheitskontrollen beziehen, das alle notwendigen Informationen enthält.

 

 

Bei weiteren Fragen rufen Sie uns bitte an!

 

Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (Stand Januar 2008). Weitere Informationen zur Behandlung finden Sie unter www.dgrh.de/therapieueberwachung

 

Der Rheuma-Wegweiser

 

Info-Flyer: Warum zum Rheumatologen gehen?

 

Info-Flyer: Kinderrheuma

 

Rheuma-Frauen-Buch