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Was ist Rituximab und wie wirkt es?
Rituximab ist ein Medikament, das zu den sog. Biologicals gehört. Biologicals sind Medikamente, die biotechnologisch hergestellt werden. In den letzten Jahren weiß man sehr viel mehr über die beteiligten Immunzellen bei entzündlich-rheumatischen Krankheiten, die an der Aufrechterhaltung des Entzündungsprozesses beteiligt sind. Dazu gehören auch die B-Zellen, die das Merkmal CD20 auf ihrer Oberfläche tragen. Diese B-Zellen produzieren neben vielen anderen Auto-Antikörpern auch den sog. Rheumafaktor. Rituximab blockiert diese CD20-positiven B-Zellen und unterbindet damit auch den Entzündungsprozess.
Für welche Patienten kommt die Therapie mit Rituximab in Frage?
Rituximab ist zur Behandlung entzündlich rheumatischer Erkrankungen zugelassen, wenn eine vorherige Therapie mit anderen Basistherapien (z.B. Methotrexat) und/oder anderen Biologicals (z.B. TNF-alpha Blocker) nicht ausreichend wirksam war.
Wie wird die Behandlung mit Rituximab durchgeführt?
Rituximab wird in der Regel in Kombination mit Methotrexat eingesetzt. Rituximab wird als intravenöse Infusion über ca. 4 Stunden gegeben eine 2. Infusion folgt im Abstand von 2 Wochen. Es kommt meist zu einer monatelangen Blockade der CD20-positiven B-Zellen und damit zu einer lang andauernden Wirkung. Wenn die CD20-positiven B-Zellen wieder aktiv werden und sich die Krankheit wieder verschlechtert, können erneut zwei Rituximab-Infusionen gegeben werden.
Wann tritt die Wirkung ein?
Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 2 bis 8 Wochen, die maximale Wirkung wird häufig erst nach 3 bis 6 Monaten erreicht.
Woran merken Sie, dass die Behandlung mit Rituximab wirkt?
Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie z. B. die Blutsenkung.
Wie lange wird die Behandlung mit Rituximab durchgeführt?
Wenn nach dem ersten Infusionszyklus eine deutliche Besserung eingetreten war, wird die Behandlung wiederholt, sobald die Krankheit wieder aktiver wird. Die Besserung dauert bei den meisten Patienten zwischen 6 Monaten und 9 Monaten, bei einigen Patienten kann sie auch bis zu 2 Jahre anhalten. Mehrfache Wiederholungen der Infusionszyklen sind möglich, die Erfahrungen damit sind aber begrenzt.
Können Nebenwirkungen auftreten?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit Rituximab. Während der Infusion (in aller Regel nur bei der ersten Infusion) kann es zu einer Infusionsreaktion kommen, die meist mild ist und mit grippeähnlichen Beschwerden verläuft. Es können Hautauschlag, Juckreiz, Übelkeit, Erbrechen Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, leichter Blutdruckanstieg oder -abfall auftreten. Weniger als 1% der Patienten erleiden eine schwerwiegende Infusionsreaktion mit starkem Blutdruckabfall, Atemnot, Schwellungen des Gesichtes. Um dieses Risiko zu verringern, erhalten Sie vor der Infusion Medikamente gegen Fieber und allergische Reaktionen, unter anderem auch einmalig Cortison. Außerdem werden Sie während der Infusion und ggf. danach sorgfältig überwacht. Schon beim Verdacht auf eine Infusionsreaktion wird die Infusionsgeschwindigkeit verlangsamt oder die Infusion kurz unterbrochen. Nach Abschluss der Rituximab-Infusion sind Nebenwirkungen selten. Es besteht ein geringfügig erhöhtes Risiko für Infektionen, insbesondere der Atem– und Harnwege. In Einzelfällen kann es zu Blutbildveränderungen kommen.
Wie oft müssen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden?
Sie sollten besonders auf jegliche Anzeichen eines Infektes achten, der länger als üblich dauert und dann umgehend Ihren Arzt aufsuchen. Wenn Sie Rituximab in Kombination mit Methotrexat oder einem anderen Basistherapeutikum bekommen, werden die entsprechen-den Kontrollen wie dort empfohlen fortgesetzt. Darüber hinaus werden keine regelmäßigen Blut- oder Urin-Kontrollen empfohlen.
Was müssen Sie bei der Behandlung mit Rituximab noch beachten?
Was ist außerdem während der Behandlung mit Rituximab noch zu beachten?
Das Ansprechen auf Impfungen (z.B. Grippe-Impfung) kann nach einer Rituximabtherapie für Monate stark vermindert sein oder sogar ganz ausbleiben. Deshalb sollten schon vor dem Beginn der Rituximab-Therapie alle notwendigen Impfungen durchgeführt werden. Während der Behandlung mit Rituximab sollten keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen erfolgen
Bei weiteren Fragen rufen Sie uns bitte an!
Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (Stand Januar 2008). Weitere Informationen zur Behandlung finden Sie unter www.dgrh.de/therapieueberwachung