
Das Kompetenznetz Rheuma befasst sich schwerpunktmäßig mit den entzündlich rheumatischen Systemerkrankungen. Diese sind schwere Allgemeinkrankheiten, die in der Regel chronisch-fortschreitend verlaufen und nur selten vollständig ausheilen. Betroffen ist nicht nur das Skelettsystem, sondern auch innere Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden.
Es handelt sich um eine Gruppe von Krankheiten, der mehr als 100 einzelne Krankheitsbilder zugerechnet werden. Gemeinsam ist ihnen, dass die chronische Entzündung durch Störungen des Immunsystems hervorgerufen wird.
Krankheitsbilder
Die wichtigsten entzündlich-rheumatischen Krankheitsbilder sind die rheumatoide Arthritis, die mit Entzündung und fortschreitender Zerstörung vor allem der peripheren Gelenke einhergeht, die Spondyloarthritiden, die bevorzugt das Achsenskelett befallen, und die Immunvaskulitiden, schwere Multiorgankrankheiten mit Befall der Gefäße und des Bindegewebes.
Diese Krankheitsbilder gehören aufgrund der Schwere des Verlaufes und der stark eingeschränkten Heilungsmöglichkeiten zu den bedeutenden Ursachen von erworbener körperlicher Behinderung und chronischer Schmerzbelastung.
Betroffene Bevölkerung
Die Häufigkeit der rheumatoiden Arthritis wird auf 0,8 % der erwachsenen Bevölkerung geschätzt, diejenige der Spondyloarthritiden auf bis zu 1 %. Die Häufigkeit der Immunvaskulitiden beträgt etwa 0,1 % der Bevölkerung.
Insgesamt muss man also davon ausgehen, dass bis zu 2 % der erwachsenen Bevölkerung an chronischen entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen leiden. Kinder sind mit einer Häufigkeit von etwa 5 pro 10.000 von entzündlich-rheumatischen Krankheiten betroffen.
Geschäftsstelle, 08.04.2009