
Ende Mai war die Deadline für Anträge zu der BMBF-Ausschreibung, die im Rahmen der Roadmap zu muskuloskelettalen Erkrankungen veröffentlicht worden war (wir berichteten). Im Kompetenznetz Rheuma hatte sich das Koordinationskomitee in zwei Strategietreffen ausführlich damit auseinandergesetzt, welche Themen und Forschungsgebiete unbedingt zur Förderung eingereicht werden sollen. Insgesamt wurden sieben Anträge aus dem KNR heraus gestellt. Jetzt liegen die Ergebnisse eines internationalen Gutachtergremiums vor.
Aus den insgesamt 32 eingereichten Projektskizzen wurden 7 Projekte zur Förderung ausgewählt. 3 weitere Projekte können auf Gutachterempfehlung Nachbesserungen vornehmen und haben damit ebenfalls sehr gute Aussicht auf Förderung, sodass insgesamt wohl10 Forschungsverbünde gefördert werden. Und 4 davon kommen aus dem KNR! Zwei Projekte haben bereits eine feste Förderzusage:
1. A Network on Clinics and Pathophysiology of Osteophytes and Ankylosis- (ANCYLOSS) unter Federführung von Georg Schett beschäftigt sich mit der Untersuchung von knöchernen Auswüchsen (osteophyte formations) in degenerativen und entzündlichen rheumatischen Erkrankungen. Diese knöchernen Ausprägungen stehen unter der molekularen Kontrolle von Signalproteinen der Wnt-Familie wie Dickkopf-1, die erst kürzlich identifiziert wurden. Ihr Einfluss und die potentielle Nutzung als Biomarker soll analysiert werden.
2. Der Forschungsverbund zum Thema „Neuroimmune connections in inflammation and pain“ unter Leitung von Hans-Georg Schaible hat zum Ziel, die Rolle von Neuroimmunverbindungen bei Entzündung und Schmerz zu untersuchen und folgende Fragen zu klären: Wie beeinflusst das Immunsystem das Nervensystem in verschiedenen Stadien der Entzündung? Wie korrelieren entzündliche und immunologische Prozesse mit dem Auftreten von Schmerz? Wie beeinflusst das Nervensystem die Funktionen des Immunsystems im Laufe einer Entzündung und während der Heilungsprozesse?
Zwei weitere Verbünde können auf Förderung nach Überarbeitung des Antrags hoffen:
3. Imprinting of pathogenic memory for rheumatic inflammation (IMPAM) unter Leitung von Andreas Radbruch. In diesem Forschungsverbund sollen die molekularen Details der Interaktionen und der funktionalen Prägung nicht nur von Zellen der adaptiven und der angeboren Immunantwort untersucht werden, sondern auch die mesenchymalen Zellen, die im Gelenk sitzen. Ziel ist es, moderne diagnostische Mittel und heilende Therapien für chronische entzündliche rheumatische Erkrankungen zu entwickeln.
4. Der Verbund “Biomarker and imaging for diagnosis, monitoring and stratification of rheumatoid arthritis and spondyloarthritides (Arthromark)” unter Führung von Gerd-R. Burmester hat zum Ziel, neue Biomarker und hochentwickelte Bildgebungsverfahren zu entwickeln, um die Diagnose und die Beobachtung des Krankheitsverlaufs sowie eine individuelle Patienten-angepasste Therapie zu optimieren.
Die Aufforderung, die „beliebten“ BMBF-Formanträge zu stellen, wird Anfang Januar versandt. Mit Förderbeginn kann zur Mitte des Jahres gerechnet werden. Wir wünschen den neuen Forschungsverbünden viel Erfolg und einenguten Start und hoffen, in den kommenden Jahren über spannende Ergebnisse aus diesen Verbünden berichten zu können.
Cornelia Rufenach, 15.12.2009