Rheumatoide Arthritis
Vaskulitiden
Fibromyalgiesyndrom



Was ist eine Vaskulitis?

 

Als Vaskulitiden bezeichnet man entzündlich-rheumatische Erkrankungen, die durch eine Neigung zu Entzündungen der (meist) arteriellen Blutgefäße gekennzeichnet sind. Diese Entzündung betrifft zunächst die Wand der Blutgefäße, was die Durchblutung der von dem Gefäß versorgten Areale stören kann. Sie kann auch auf das umliegende Bindegewebe übergreifen. Diese beiden Mechanismen können so zu einer Schädigung sämtlicher Organsysteme des Körpers führen (Haut, Bindegewebe, Muskeln, innere Organe und Gehirn). Es werden verschiedene Formen dieser "Systemischen Vaskulitiden" unterschieden: Riesenzellarteriitis, M. Takayasu, Wegener’sche Granulomatose, mikroskopische Polyangiitis, Churg-Strauss-Vaskulitis und Panarteriitis nodosa sind nur die häufigsten. Die Erkrankungen sind zwar sehr selten, sollten aber wegen der Möglichkeit akuter Organ- und damit Lebensgefährdung möglichst schnell erkannt werden. Vaskulitiden können bei Frauen und Männern in jedem Lebensalter auftreten.

 

 

Welche Beschwerden und Symptome sind typisch für die Vaskulitiden?

 

Hautausschlag mit Geschwüren an den Beinen bei Vaskulitis

Die Beschwerden und Symptome können derart vielfältig sein, dass es eine wirklich "typische" Symptomatik nicht gibt. Die Haut ist als das Organ, welches am einfachsten bei der Untersuchung zugänglich und auch am häufigsten zumindest mitbetroffen ist, oft der "Schlüssel" zur Diagnose. Regelhaft weisen Patienten mit einer aktiven Vaskulitis deutliche Entzündungszeichen im Blut auf. Die Wegener’sche Granulomatose, mikroskopische Polyangiitis und Churg-Strauss-Vaskulitis wird zu der Gruppe der sogenannten ANCA-assoziierten Vaskulitiden zusammengefasst, da diese meist typische Antikörper im Blut ("ANCA") aufweisen.

 

 

Wie kann man die Krankheit diagnostizieren?

 

ANCAs bei Wegener Granulomatose

Die Diagnose wird durch Blutuntersuchungen (ANCA), durch Bildgebung der Blutgefäße (Sonographie, Angiographie mittels CT, MRT) oder mittels der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gestellt. Endgültig und eindeutig gesichert ist die Diagnose aber immer erst dann, wenn in betroffenen Gewebsproben auch eine Vaskulitis mikroskopisch nachgewiesen werden kann, was aber häufig nicht möglich ist (z.B. wenn die betroffenen Gefäße nicht biopsiert werden können oder die Situation keine Gewebsprobe mehr erlaubt).

 

 

Welche Behandlungen gibt es?

 

Immunsuppressiva, d.h. Medikamente, welche das überaktive Immunsystem "bremsen", werden bei der Therapie der systemischen Vaskulitiden eingesetzt. Hierbei kombiniert man oft verschiedene Medikamente, z.B. Cortison mit Azathioprin, Methotrexat oder Cyclophosphamid.

 

 

Wie kann die Krankheit verlaufen?

 

Zwischen schwersten, lebensbedrohlichen Verläufen mit Organversagen, welche maximale therapeutische Bemühungen erfordern, und vergleichsweise milden Formen, die auf Dauer nur mit geringen Dosen von Cortison oder Immunsuppressiva behandelt werden müssen, ist alles möglich. Patienten mit systemischen Vaskulitiden sollten bei einem Arzt in Behandlung sein, der sich mit diesen seltenen Krankheitsbildern, ihren möglichen Komplikationen und mit ihrer Therapie auskennt.

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