Rheumatologische Weiterbildung sichern

Versorgung von zwei Millionen Betroffenen langfristig gewährleisten

Pressemitteilung | 19. November 2025

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Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) fordert Bund und Länder auf, für eine angemessene stationäre rheumatologische Weiterbildung zu sorgen. Ohne ausreichende Möglichkeiten für klinische Ausbildungsabschnitte droht der Rheumatologie ein strukturelles Versorgungsproblem. In mehreren Regionen Deutschlands fehlen Weiterbildungsstellen – besonders deutlich in Brandenburg, wie ein aktueller Bericht im Deutschen Ärzteblatt zeigt.

„Im stationären Umfeld lernen Ärztinnen und Ärzte, komplexe rheumatische und damit teils lebensbedrohliche Erkrankungen sicher zu diagnostizieren und interdisziplinär zu behandeln“, sagt Prof. Dr. med. Ulf Wagner, Präsident der DGRh. Diese Erfahrungen prägten die gesamte spätere Berufstätigkeit – auch in der ambulanten Versorgung, meint Wagner, Leiter der Abteilung Rheumatologie am Universitätsklinikum Leipzig. Der CDU-Landtagsabgeordnete Prof. Dr. med. Michael Schierack aus Cottbus hatte im Deutschen Ärzteblatt auf die wachsenden Engpässe in der rheumatologischen Versorgung in Brandenburg hingewiesen. Er kritisierte, dass die Landesregierung die Chance verpasse, junge Ärztinnen und Ärzte gezielt für die Rheumatologie zu gewinnen.

Für den rheumatologischen Nachwuchs betont auch Dr. med. Isabell Haase, Sprecherin der AG Junge Rheumatologie der DGRh:

Wir brauchen bundesweit eine strukturelle Unterstützung der stationären Weiterbildung – mit gezielter Förderung und einem finanziellen Ausgleich für die in Weiterbildung investierte Zeit.

Dr. med. Isabell Haase, Sprecherin der AG Junge Rheumatologie der DGRh

Die Weiterbildungszeit zu verkürzen oder rein ambulant zu gestalten, sei keine Lösung, so Dr. Haase, Rheumatologin am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf. Die DGRh fordert deshalb eine bedarfsgerechte und nachhaltige Finanzierung aller Weiterbildungsabschnitte. Klinik und Praxis müssen gleichermaßen planbar und wirtschaftlich abgesichert sein, damit qualifizierte Nachwuchskräfte ihre Weiterbildung vollständig absolvieren können. Auch der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) teilt den Appell der DGRh: Ohne ausreichende stationäre Weiterbildung lässt sich die rheumatologische Versorgung nicht sichern.

Wie es gelingt, zeigt Rheinland-Pfalz: Dort stärkt das Land im Rahmen des „Aktionsplans Rheuma“ gezielt die stationäre Weiterbildung. Für fünf stationäre Weiterbildungsstätten finanziert das Land jeweils eine zusätzliche Weiterbildungsstelle pro Jahr über drei Jahre. Das Gesamtvolumen beträgt rund eine Million Euro. Ziel ist, die Qualität der Ausbildung zu sichern und die klinischen Strukturen zu stärken. „Rheinland-Pfalz zeigt, wie Politik Verantwortung übernehmen kann“, sagt DGRh Präsident Wagner. „Diese gezielte Förderung ist ein Modell, dem andere Bundesländer folgen sollten. Qualifizierte Weiterbildung bildet die Grundlage für die rheumatologische Versorgung der Zukunft.“

Bundesweit haben rund 1,8 Millionen Menschen eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Schon heute fehlen etwa 600 Fachärztinnen und Fachärzte für Rheumatologie, um den Versorgungsbedarf zu decken. Die DGRh formuliert Ihre Forderungen für eine angemessene rheumatologische Versorgung in Deutschland auch in ihrem Memorandum: Die Bedarfsplanung müsse erweitert und bis 2029 mindestens 100 rheumatologische Weiterbildungsstellen zusätzlich im ambulanten und stationären Bereich geschaffen werden. Die DGRh fordert Bund und Länder auf, sich an erfolgreichen Landesinitiativen wie in Rheinland-Pfalz zu orientieren und die stationäre Weiterbildung flächendeckend zu fördern. Nur so bleibt die Versorgung von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen in Deutschland langfristig gesichert.

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