Pressemitteilung | 18. September 2025
Die Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) verleiht den diesjährigen Rudolf-Schoen-Preis an Privatdozentin Dr. med. Harriet Morf, Internistin in der Weiterbildung Rheumatologie am Universitätsklinikum Erlangen. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Eröffnung des Deutschen Rheumatologiekongresses 2025 in Wiesbaden überreicht. Die Ärztin wird für ihre wegweisenden Arbeiten zur digitalen Bewegungstherapie bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen geehrt.
Für eine wirksame Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen sind frühe Diagnostik und Therapie ausschlaggebend. Denn die Erkrankungen setzen bei den Betroffenen bleibende Schäden. Eine frühe ganzheitliche fachärztlich-rheumatologische Versorgung ist deshalb besonders wichtig. Hier setzt die Forschung von Harriet Morf an: Sie untersucht, wie digitale Technologien die Versorgung im Bereich Diagnostik und Therapie verbessern können.
Mit ihren Arbeiten gelingt es Harriet Morf, wissenschaftliche Exzellenz und klinische Relevanz zu verbinden. Sie zeigt, wie digitale Medizin die Lücke zwischen medizinischem Bedarf und Versorgungsrealität schließen kann.

In dem von ihr initiierten und geleiteten Projekt „Digitalisierung im Bereich der Bewegungstherapie und Frühdiagnostik bei rheumatischen Erkrankungen“ untersuchte Morf den Nutzen einer Bewegungs-App als komplementäre Therapie bei Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis. Diese chronische Form des Rückenschmerzes führt unbehandelt zu erheblichen Einschränkungen. In einer randomisierten kontrollierten Studie zeigte sich, dass das Training mit der App die Beweglichkeit der Wirbelsäule verbessert und Schmerzen mindert – teilweise sogar mehr als herkömmliche Physiotherapie. „Die Ergebnisse belegen eindrucksvoll, dass digitale Therapien eine wirksame Ergänzung zur klassischen Behandlung sind und den Zugang zu Bewegungstherapie erleichtern können“, so Laudator Schett.
Neben klinischen Studien entwickelt und testet Morfs Arbeitsgruppe weitere digitale Werkzeuge: Yoga- und Entspannungsprogramme für Patientinnen mit Spondyloarthritis, Sensor-basierte Ganganalysen und KI-gestützte Beweglichkeitsmessungen, Bewegungs-Apps kombiniert mit Smartwatch und oder Symptomchecker, die eine frühere Diagnose und schnellere Behandlung ermöglichen. Gemeinsam ist allen Projekten das Ziel, Menschen mit Rheuma zu mehr Aktivität zu befähigen, Krankheitsaktivität zu reduzieren und so die Lebensqualität zu verbessern.
Harriet Morf, geboren 1988, studierte Humanmedizin in Leipzig und absolvierte Teile ihres Studiums und praktischen Jahres in Mexiko und Brasilien. Nach der Approbation 2016 begann sie ihre Facharztausbildung in Erlangen. Seit 2021 ist sie Fachärztin für Innere Medizin und absolviert derzeit die Weiterbildung zur Rheumatologin an der Medizinischen Klinik 3 des Universitätsklinikums Erlangen (UKER). Parallel leitet sie die Arbeitsgruppe „Digitale Medizin und Versorgungsforschung“. 2023 machte sie ihren Master of Business Administration im Bereich digitale Medizin und Gesundheitsmanagement an der University of applied science in Wien. 2025 habilitierte sie sich im Fach Innere Medizin. Derzeit schließt sie ihre Zusatzausbildung im Bereich Sportmedizin ab. Sie ist zudem Mitglied der spezialisierten Ethikkommission für besondere Verfahren und fungiert als Hauptprüferin in verschiedenen klinischen Studien. Daneben ist PD Dr. Morf in der Fachgesellschaft aktiv als Mitautorin der Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Gicht“ und engagiert sich aktiv bei den jungen Rheumatologen:innen der DGRh. Sie beteiligt sich außerdem am Mentoring-Programm der DGRh.
Den Rudolf-Schoen-Preis vergibt die Stiftung der DGRh jährlich für herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Rheumatologie. Sie zeichnet damit junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus, um ihre Forschung zu fördern und ihre Arbeit zu würdigen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Stephanie Priester
Pressestelle DGRh
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Generalsekretärin
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