Aktuelles | 29. Juli 2026
Der Carol-Nachman-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden ging in diesem Jahr an Prof. Daniel Solomon (Harvard Medical School, Boston) und Prof. V. Michael Holers (University of Colorado School of Medicine, Aurora). Mit der Carol-Nachman-Medaille wurden Maarten de Wit aus Amsterdam und Neil Betteridge aus London für ihr herausragendes Engagement in der internationalen Patientenvertretung ausgezeichnet. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh) gratuliert den Preisträgern herzlich. Sie haben die Rheumatologie durch wegweisende wissenschaftliche Erkenntnisse und die konsequente Stärkung der Patientenperspektive nachhaltig geprägt. Die feierliche Preisverleihung fand am 19. Juni 2026 im Großen Festsaal des Wiesbadener Rathauses statt. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr überreichten die Auszeichnungen in feierlichem Rahmen.
Der mit 37.500 Euro dotierte Carol-Nachman-Preis wurde damit an zwei Wissenschaftler gemeinsam vergeben. Prof. Daniel Solomon wurde für seine grundlegenden Arbeiten zum erhöhten kardiovaskulären Risiko bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ausgezeichnet. Seine epidemiologischen Studien haben entscheidend dazu beigetragen, die Bedeutung chronischer Entzündungen für atherosklerotische Erkrankungen zu verstehen. Darüber hinaus entwickelte er krankheitsspezifische Risikomodelle und lieferte wichtige Erkenntnisse zur Sicherheit antirheumatischer Therapien.
Prof. Michael Holers erhielt die Auszeichnung für seine wegweisenden Beiträge zur Komplement-Immunbiologie und zur Erforschung früher Krankheitsstadien der rheumatoiden Arthritis. Seine Arbeiten haben das Verständnis von Autoimmunität maßgeblich erweitert und wichtige Grundlagen für Präventionsstrategien sowie die Entwicklung innovativer Therapieansätze geschaffen. Besonders prägend war sein Nachweis, dass die rheumatoide Arthritis bereits Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome beginnt.

Die Carol-Nachman-Medaille, verbunden mit einem Preisgeld von 2.500 Euro, wurde an Maarten de Wit und Neil Betteridge verliehen. Beide haben sich über Jahrzehnte hinweg in herausragender Weise für die Interessen von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Maarten de Wit hat insbesondere durch sein Engagement bei EULAR/PARE und OMERACT die Einbindung von Patientinnen und Patienten in die rheumatologische Forschung international vorangebracht und zahlreiche Patientenvertreterinnen und -vertreter ausgebildet.
Neil Betteridge wurde für seinen langjährigen Einsatz für Menschen mit rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen geehrt. Als führender Vertreter von EULAR/PARE hat er die internationale Interessenvertretung von Patientinnen und Patienten maßgeblich mitgestaltet und gesundheitspolitische Themen aus Sicht der Betroffenen erfolgreich auf die Agenda gesetzt.
Der Carol-Nachman-Preis wird seit 1972 vergeben. Mit einem Preisgeld von 37.500 Euro zählt er zu den höchstdotierten Medizinpreisen Deutschlands und gilt als weltweit bedeutendste Auszeichnung auf dem Gebiet der Rheumatologie. Seit 1987 wird zusätzlich die Carol-Nachman-Medaille verliehen. Der Preis wurde von Carol Nachman, langjährigem Spielbank-Konzessionär und Ehrenbürger der Stadt Wiesbaden, ins Leben gerufen. Die Spielbank Wiesbaden finanziert die Auszeichnung bis heute und hat dafür inzwischen mehr als 2,1 Millionen Euro bereitgestellt.
Die DGRh gratuliert allen Preisträgern herzlich. Ihr Wirken steht für exzellente Forschung, internationale Zusammenarbeit und eine konsequente Orientierung an den Bedürfnissen von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Rheumatologie und zur Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten weltweit.
- Bei Abdruck Beleg erbeten. -
DGRh Geschäftsstelle
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V.
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