Quellen:
Torsten Hewelt, Die Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, 1927-2007. Halle, 2009
Kongress-Poster anlässlich des 75. Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, W. Keitel, Gommern-Vogelsang
Christof Specker (Präsident 2023-2024)
1957 in Düsseldorf geboren, 1976-1983 Studium der Humanmedizin in Düsseldorf. 1983 Promotion und Approbation als Arzt an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHUD). 1983-1991 Wissenschaftlicher Assistent in Neuss und an der HHUD. 1991 Anerkennung zum „Facharzt für Innere Medizin“ und 1992 Anerkennung der Teilgebietsbezeichnung „Internistische Rheumatologie“. 1991-1994 Oberarzt der Klinik für Endokrinologie und Rheumatologie der HHUD. 1995-2001 Oberarzt im Zentrum für Innere Medizin der HHUD. Im Jahr 1999 Habilitation und Ernennung zum Privatdozenten. 2001-2018 Leitender Arzt der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie des St. Josef-Krankenhauses in Essen-Werden (Kliniken Essen Süd) / Universitätsklinikum Essen. 2007 Ernennung zum außerplanmäßigen Professor für Innere Medizin. Seit 2018 Direktor der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie, KEM I Evang. Kliniken Essen-Mitte gGmbH. Seit 2007 im Beirat der DGRh und seit 2011 als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren Mitglied des Vorstandes der DGRh.
Andreas Krause (Präsident 2021-2022)
1958 in Bremen geboren, bis 1983 Studium der Humanmedizin und Approbation als Arzt in Marburg. 1984-1985 Assistenzarzt in Siegen. 1985-1994 Wissenschaftlicher Assistent im Zentrum für Innere Medizin an der Philipps-Universität in Marburg. 1993 Anerkennung der Gebietsbezeichnung „Innere Medizin“ und Habilitation. 1994 Ernennung zum Privatdozenten, 1994-2002 Oberassistent an der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und Oberarzt in der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Charité Berlin. 1995 Anerkennung der Teilgebietsbezeichnung „Rheumatologie“. 1999-2002 Leitender Oberarzt und Leiter der Tagesklinik, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Charité in Berlin. 1999 Verleihung der Würde eines außerplanmäßigen Professors. Seit 2002 Chefarzt der Abteilung Rheumatologie, Klinische Immunologie und Osteologie des Immanuel Krankenhaus in Berlin und seit 2010 auch Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin. Seit 2019 im Vorstand der DGRh.
Hendrik Schulze-Koops (Präsident 2019-2020)
1964 in Hamburg geboren, 1982-1988 Studium der Humanmedizin in Hamburg, 1986-1988 Promotion. 1989-1990 Arzt im Praktikum. Von 1990-1993 Post-Doktorand in den Klinischen Arbeitsgruppen für Rheumatologie/Immunologie der Max-Planck-Gesellschaft am Institut für Klinische Immunologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und von 1993-1997 Post-Doktorand und Research Associate am University of Texas Southwestern Medical Center, Dallas, Texas. 1997-2003 Assistenzarzt der Medizinischen Klinik III der FAU und 1999-2006 Leitung der Klinischen Forschergruppe „T-Zellen in der Pathogenese von Autoimmunerkrankungen“ an der FAU. Zu diesem Thema legte er im Jahr 2000 auch seine Habilitation ab. 2003-2006 Oberarzt in der Medizinischen Klinik III der FAU. 2006 außerplanmäßige Professur für Klinische Immunologie an der FAU sowie Professur für Innere Medizin und Rheumatologie und Leiter der Sektion Rheumatologie und Klinische Immunologie des LMU Klinikums der Universität München. Von 2013-2022 gehörte er dem Vorstand der Fachgesellschaft an.
Hanns-Martin Lorenz (Präsident 2017-2018)
1962 in Göttingen geb., Medizinstudium (1981-1988), Approbation und Promotion (1988). 1990: Universität Erlangen-Nürnberg, Med. Klinik III (Hämatologie, Rheumatologie und klinische Immunologie). 1991-1992: DFG-Stipendiat und Tätigkeit an der University of Alabama in Birmingham/USA. 1993-2003: Universität Erlangen-Nürnberg, Med. Klinik III. 1997: Facharztanerkennung als Internist. 1998 Habilitation, Anerkennung der Teilgebietsbezeichnung Rheumatologie. 1999 Ernennung zum Oberarzt der Med. Klinik III. Seit 2004: Leiter der Sektion Rheumatologie an der Med. Klinik V der Universität Heidelberg (C3-Professur). 2006: Zertifizierung als „Fachimmunologe“ der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Wissenschaftliche Aktivitäten: u.a. Experimentelle Rheumatologie, klinische Studien Phase I-IV. 2012 – 2016 Fachkollegiat der DFG.
Ulf Müller-Ladner (Präsident 2015-2016)
Jahrgang 1964, Medizinstudium (1983-1990) in Tübingen. 1991: Promotion, nach AiP und Assistentenzeit: 1993-1996 Postdoctoral Fellowship an der University of Alabama at Birmingham, 1996-1999 Assistenzarzt (Universitätsklinikum Regensburg), 1999: Facharzt für Innere Medizin und Habilitation. Seit 2004: Professur für Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie der Universität Gießen und seit 2005 Ärztlicher Direktor der Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim. 2008-2009: Sprecher des Kompetenznetzes der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie. 2008 bis 2012: Mitglied des Vorstandes der Rheumastiftung. Seit 2012: Mitglied des Senatsausschusses Sonderforschungsbereiche der DFG. Wissenschaftliche Aktivitäten: u.a. Molekulare Analyse rheumatologischer Erkrankungen, Pathophysiologie von entzündlich rheumatischen Erkrankungen und Kollagenosen. Ulf Müller-Ladner ist Schriftleiter der „Zeitschrift für Rheumatologie“.
Matthias Schneider (Präsident 2013-2014)
1954 in Werneck/Ufr. geboren, 1974-1980 Human-Medizinstudium, Universität Münster, Approbation. 1982-1994 Universität Münster,1994-2012 Professor für Innere Medizin und Rheumatologie, zuletzt Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie, Universität Düsseldorf. Seit 2012 Direktor der Poliklinik und des Funktionsbereiches Rheumatologie, Universitätsklinikum Düsseldorf. Seit 2015 Direktor des Hiller-Forschungszentrums für Rheumatologie am UKD. Seit 2006 Studiendekan Klinik der Medizinischen Fakultät. Wissenschaftliche Aktivitäten: u.a. Immunvaskulitiden, Versorgungsforschung, Leitlinienentwicklung, Evaluation moderner bildgebender Verfahren für das Monitoring rheumatischer Systemerkrankungen. Prof. Schneider war mehrere Jahre Sprecher der Arbeitsgemeinschaft kooperativer Rheumazentren der DGRh und im Vorstand der Rheumastiftung. Er ist langjähriger Sprecher der Kommission Leitlinien.
Jürgen Braun (Präsident 2011-2012)
1953 in Düsseldorf geboren, Approbation als Arzt im Jahr 1985, 15-jährige Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin, Promotion 1987, seit 1988 Konzentration auf die Rheumatologie. Berichtete 1994 zusammen mit Matthias Bollow als einer der ersten über die Vorteile der Magnetresonanz-tomographie bei der Diagnostik von Spondyloarthritis-Patienten mit Sakroiliitis, und 1998 als erster über Spondylitis. In diesem Jahr publizierte er auch als erster über die relativ große Häufigkeit von Spondyloarthritis in Deutschland. Jürgen Braun wies 1995 als erster nach, dass TNFa bei in entzündeten Sakroiliakalgelenken stark exprimiert wird und er leitete 1999 die erste Studie mit einem TNF-Blocker bei ankylosierender Spondylitis. Auf Grundlage der von ihm initiierten kontrollierten randomisierten, in Deutschland durchgeführten und im Lancet publizierten Studie wurde 2003 Infliximab für diese Indikation weltweit erstmalig von der EMA zugelassen. Habilitation im Jahr 1995, im Jahr 2000 apl- und später Gastprofessur an der HU in Berlin, Berufung auf eine C3-Professur für Rheumatologie an der Universität Regensburg im Jahr 2002. Seit 2001 ärztlicher Direktor der größten deutschen Rheumaklinik, die 2014 komplett neu gebaut wurde. Seit August 2004 auch Professor für Rheumatologie an der Ruhr-Universität in Bochum. Derzeit Leiter des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Rheumatologischen Fortbildungsakademie und Vorstandsmitglied der DGRh.
Wolfgang Rüther (Präsident 2009-2010)
1951 in Menden im Sauerland geboren, 1970-1976 Medizinstudium an den Universitäten Mainz und Bonn, 1976 - 1980 Orthopädisch-Unfallchirurgische Ausbildung in Berlin, Gießen und Bad Godesberg, 1980-1986 Orthopädische Ausbildung an der Universitätsklinik Bonn, 1987 Habilitation und Venia legendi für das Fach Orthopädie an der Universität Bonn, 1988-1990 Rheumaorthopädische Ausbildung an der Rheumaklinik Bad Bramstedt, 1990-1995 Professur für Rheumaorthopädie und Stellvertreter des Klinikdirektors an der Orthopädischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf. Seit 1996 Klinik und Poliklinik für Orthopädie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und gleichzeitig – seit 1997 – Chefarzt der orthopädischen Universitätsklinik am Klinikum Bad Bramstedt.
Andreas Radbruch (Präsident 2007-2008)
1952 in Celle geboren, Biologiestudium mit Diplom 1976 an der Universität Bonn. 1980 Promotion zum Dr. rer. nat. in Köln, die folgenden Jahre zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter, folgend Hochschulassistent am Institut für Genetik der Universität Köln. 1982 bis 1994 Leiter der Forschungsgruppe „Zytometrie und Zellsortierung" am Genzentrum Köln. 1988 Habilitation an der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln, Venia legendi für „Genetik und Immunologie". 1990-1998 Professur in Köln. Seit 1996 Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Rheumaforschungszentrum Berlin (DRFZ), seit 1998 Professur für Experimentelle Rheumatologie an der Charité Berlin.
Elisabeth Märker-Hermann (Präsidentin 2005-2006)
1958 in Bad Kreuznach geboren, Medizinstudium in Mainz von 1976 bis 1983. Promotion 1984, Habilitation für Innere Medizin 1993. Fachärztin für Innere Medizin 1992, Schwerpunkt Rheumatologie 1993, Schwerpunkt Nephrologie 1998. Von 1993 bis 2002 Oberärztin an der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universität Mainz. Seit 2002 Chefärztin der Klinik für Innere Medizin IV (Schwerpunkt Rheumatologie, klinische Immunologie und Nephrologie) der Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden, seit 2005 zusätzlich Direktorin der HSK Klinik Schlangenbad.
Wolfgang Ludwig Gross (Präsident 2003-2004)
Geboren 1946 in Frankfurt am Main, Medizinstudium in Frankfurt und Wien, in Kiel Staatsexamen. 1972 Examen und Promotion. 1979 Facharzt für Innere Medizin. 1981 Habilitation, 1982 Teilgebietsbezeichnung Rheumatologie. Apl. Professur 1985 in Kiel, 1989 Lehrstuhl für Rheumatologie in Lübeck. Im selben Jahr Ernennung zum Direktor der Poliklinik für Rheumatologie der Universitätsklinik Lübeck, Chefarzt des Krankenhauses Bad Bramstedt. Von 1998 bis 2013 Ärztlicher Direktor in Bad Bramstedt.
Gerd-Rüdiger Burmester (Präsident 2001-2002)
Geboren 1953 in Hannover, Studium an der Medizinischen Hochschule Hannover, in Hannover auch 1978 Examen und Promotion. Nach wissenschaftlichem Aufenthalt in den USA Schüler von Kalden in Erlangen. 1988 Facharzt für Innere Medizin und Oberarzt in Erlangen. 1989 Habilitation, 1990 Extraordinarius für Rheumatologie. Ordinariat für Rheumatologie an der Charité der Humboldt-Universität Berlin.
Ekkehard Genth (Präsident 1999-2000)
Geboren 1942, Studium in Marburg und Tübingen, dort 1969 Examen und 1973 Promotion. An der medizinischen Universitätsklinik Tübingen Schüler von Hans Erhard Bock und P. Walter Hartl, dem er 1971 nach Aachen folgte. Dort zunächst Assistent, dann Oberarzt, schließlich Leiter des angegliederten Zentrallabors und Rheumaforschungsinstituts. 1987 Habilitation an der RWTH Aachen. 1990 bis 2007 leitender Arzt der Rheumaklinik Aachen, 1993 apl. Professur an der RWTH (Forschungsschwerpunkt: Autoimmunkrankheiten). Von 1993 bis 1996 Schriftführer, von 2007 bis Ende 2012 Generalsekretär der DGRh. Von 2008 bis 2016 im Vorstand der Rheumastiftung. Seit 2011 im wissenschaftlichen Kuratorium der Rheuma-akademie. Von 1986-1998 und seit 2013 im Beirat sowie seit 2013 Ehrenmitglied der DGRh.
Ernst-Martin Lemmel (Präsident 1997-1998)
Ernst-Martin Lemmel, Promotion 1964, wissenschaftliche Auslandsaufenthalte in Prag (M. Hasek) und USA (R. A. Good, M. Ziff). Habilitation 1974, 1982-86 Direktor am Staatlichen Rheumakrankenhaus Waldbad, danach bis 1998 an der Staatlichen Rheumaklinik Baden-Baden. Mitglied zahlreicher Beratergremien. Wissenschaftliche Schwerpunkte vor allem auf dem Gebiet der Immunologie und Pharmakologie rheumatischer Erkrankungen.
Gerd Weseloh (Präsident 1995-1996)
Gerd Weseloh, 1967-69 Assistent der Orthopädischen Universitätsklinik Berlin, seit 1969 der Universität Erlangen-Nürnberg. Zunächst Oberarzt, ab 1979 Leiter der Klinik. Einrichtung einer Abteilung für Orthopädische Rheumatologie. Einer seiner wesentlichen Leistungen während der Präsidentschaft war die Integration der BMG-geförderten Rheumazentren in die DGRh.
Joachim Robert Kalden (Präsident 1993-1994)
Joachim Robert Kalden, Promotion 1966 in Tübingen bei Hans Erhard Bock. 1967-70 University of Edinburgh, später Mitarbeiter von Fritz Hartmann und H. Deicher in Hannover. 1976 Lehrstuhl für Klinische Immunologie und Rheumatologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Anschließend dort Direktor der Medizinischen Klinik III, die er zu einer international führenden Forschungseinrichtung entwickelte. U.a. wurden hier die weltweit ersten humanen monoklonalen Antikörper gegen Doppelstrang-DNA erzeugt. Bis 1999 Chairman des EULAR-Committee for Clinical Trials, EULAR-Präsident 2001-2003.
Klaus L. Schmidt (Präsident 1991-1992)
Klaus L. Schmidt, Medizinstudium in Leipzig und Marburg, Schüler von Victor Rudolf Ott sowie dessen Nachfolger an der Klinik für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Balneologie (jetzt Kerckhoff-Klinik Rheumatologie) in Bad Nauheim. Langjähriger Schriftführer der “Zeitschrift für Rheumatologie”, Verfasser der weitverbreiteten “Checkliste Rheumatologie”. Das Zusammenwachsen beider rheumatologischer Gesellschaften war ihm eine Herzens-angelegenheit. Alle Vorstandssitzungen fanden gemeinsam mit den 1990 gewählten Vorstandsmitgliedern der früheren Gesellschaft für Rheumatologie der DDR statt.
Quellen:
Torsten Hewelt, Die Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, 1927-2007. Halle, 2009
Kongress-Poster anlässlich des 75. Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, W. Keitel, Gommern-Vogelsang
Henning Zeidler (Präsident 1989-1990)
Henning Zeidler, Schüler und seit 1988 Nachfolger von Fritz Hartmann. Neben der 1990 vollzogenen Vereinigung der DGRh waren die wichtigsten Ereignisse während seiner Präsidentschaft die Gründung des Arbeitskreises Patientenschulung (12/1989), die Verabschiedung einer überarbeiteten Satzung (9/1990) sowie die Entwicklung des Konzeptes für regionale und überregionale Rheumazentren durch den Arbeitskreis Epidemiologie und Sozialmedizin der DGRh zusammen mit der Deutschen Rheuma-Liga.
P. Walter Hartl (Präsident 1987-1988)
P. Walter Hartl, nach dem Staatsexamen Auslandsaufenthalte in der Schweiz, Frankreich und den USA. Anschließend Assistent bei Hans Erhard Bock in Tübingen, dort (1965) Habilitation. Von 1970-90 als Nachfolger von Bruno Schuler Leiter der Rheumaklinik und des Rheumaforschungsinstitutes Aachen, das er insbesondere durch die Einführung einer leistungsfähigen immunologischen Forschung bereicherte. Knüpfte mit den regelmäßigen Aachener Fortbildungstagen wertvolle Kontakte besonders zu englischen und brasilianischen Kollegen. Promovierte im Jahre 2000 in Botanik zum Dr. rer. nat.
Fritz Schilling (Präsident 1985-1986)
Fritz Schilling, Schüler von Kurt Voit, Assistent und Oberarzt der Rheumaklinik Bad Kreuznach (1954-77). Danach, bis zu seiner Emeritierung 1985, ihr Chefarzt. Schuf dort schon früh ein „multidisziplinäres integriertes Rheumazentrum“ Bad Kreuznach-Mainz, in dem neben der Klinik die Komponenten der Röntgenologie (M. Schacherl), Pathologie (Hans Georg Fassbender) und Orthopädie (Paul Otte) enthalten waren. Seine Arbeitsgebiete, die er meist durch klassische monografische Darstellungen krönte, waren u.a. die rheumatologische Röntgenologie, die Reflexdystrophien, die Hyperostosis generalisata, die Spondylitis ankylosans, die osteoartikulären Manifestationen der Psoriasis und - zuletzt - die chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis (CRMO).
Manfred Schattenkirchner (Präsident 1983-1984)
Manfred Schattenkirchner, Assistent bei W. Seitz in der Münchener Poliklinik, Schüler von Hartwig Mathies, leitete dort als dessen Nachfolger die Rheuma-Poliklinik. Stieß gleichzeitig mit D. A. Brewerton 1973 auf die HLA B27-Assoziation der Spondylitis ankylosans. Gründete 1984 die Rheuma-Einheit an der Universität München mit den Lehrstühlen der Inneren Medizin, Orthopädie und Physikalischen Medizin als erster dieser Art an einer Universität. Herausgeber der Buchreihe “Rheumatology - an annual review” im Karger-Verlag (1975-92) und des Standardwerkes “Rheumatologie in Praxis und Klinik” im Thieme Verlag.
Martin Franke (Präsident 1981-1982)
Martin Franke, Medizinstudium in Frankfurt, Schüler von Hans Erhard Bock in Marburg und Tübingen. Habilitation 1963, Professur 1990 in Tübingen. Langjähriger Chefarzt der Rheumaklinik in Baden-Baden mit 330 Betten. In seiner Amtszeit gelang es ihm, in Zusammenarbeit mit Gerhard Josenhans die Zustimmung des Deutschen Ärztetages zur Weiterbildungsordnung für das Teilgebiet Rheumatologie zu erreichen. Er führte die so erfolgreichen Regionalkongresse - beginnend 1981 in Baden-Baden - ein.
Paul Otte (Präsident 1979-1980)
Paul Otte, Ausbildung an der Orthopädischen Universitätsklinik Hamburg, 1969 deren kommissarischer Leiter. Mit der wegweisenden Habilitationsarbeit über das Wachstum des Gelenkknorpels (Heine-Preis der DGOT 1966) widmete er sich bereits der Arthrose- bzw. Knorpelforschung. Sie prägte sein gesamtes wissenschaftliches Leben und brachte ihn - seit 1970 Direktor der neu gegründeten Orthopädischen Universitätssklinik in Mainz - auch in immer engeren Kontakt zur Rheumatologie. Dies führte 1977 zur Gründung des Rheinland-Pfälzischen Rheumazentrums Mainz/Bad Kreuznach mit der Klinik von Fritz Schilling und dem Institut von Hans Georg Fassbender. In seine Amtszeit fiel die Zustimmung des Deutschen Ärztetages zur Einführung des Teilgebietes Rheumatologie.
Klaus Miehlke (Präsident 1977-1978)
Klaus Miehlke ließ sich nach dem Medizinstudium zunächst in freier Praxis nieder. Ab 1954 „Lehrjahre“ in Zürich, den USA und Göttingen bei Rudolf Schoen. 1961 Chefarzt der Wiesbadener Städtischen Rheumaklinik mit zunächst 40, später 260 Betten. Machte damit Wiesbaden wieder zu einem Begriff in der Rheumatologie. 1995 Ehrenbürgerschaft der Stadt Wiesbaden.
Hartwig Mathies (Präsident 1975-1976)
Hartwig Mathies arbeitete nach Tätigkeiten in der Allgemeinpraxis und der Pharmazeutischen Industrie von 1955 (Assistenzarzt) bis 1970 (Professur) an der Medizinischen Poliklinik der Universität München. 1970-84 Chefarzt der I. Medizinischen Klinik des Rheuma-Zentrums Bad Abbach. 1981 Wahl für die Amtszeit 1983-85 zum Präsidenten der EULAR. Erwarb sich besondere Verdienste um die Herstellung fachlich freundschaftlicher Kontakte zu den europäischen Partnergesellschaften, vor allem des damaligen Ostblockes (u.a. Polen, Ungarn, Tschechoslowakei, UdSSR, DDR) mit Organisation zahlreicher bilateraler Symposien. Herausragende fachliche Leistungen waren seine Bemühungen um die Systematisierung der Rheumatologie, um die Psycho-rheumatologie und die Beratung der Medizinischen Assistenzberufe für Rheumatologie mit Gründung jeweiliger Arbeitsgruppen bzw. -kreise.
Hans Georg Fassbender (Präsident 1973-1974)
Hans Georg Fassbender, Schüler von Fritz Klinge, Pathologe in Mainz. Das von ihm geleitete Zentrum für Rheuma-Pathologie wurde zum WHO Collaborating Centre ernannt. Enge Zusammenarbeit mit Fritz Schilling und Paul Otte. Verfasser des Standardwerkes Pathologie rheumatischer Erkrankungen (1975) bzw. Pathology and Pathobiology of Rheumatic Diseases (2002). Gab durch sein Konzept des „tumorartigen Wachstums“ der Synovialis bei Rheumatoider Arthritis wesentliche Impulse für die pathogenetische Forschung.
Heinrich Bartelheimer (Präsident 1971-1972)
Heinrich Bartelheimer, Medizinstudium in Heidelberg und Hamburg, Habilitation 1940. 1948 Universitätsklinik Kiel, 1955 Lehrstuhl der II. Medizinischen Klinik der Charité, 1960-80 Ordinarius für Innere Medizin in Hamburg. Führte verschiedene technische Neuerungen in die Medizin ein (u.a. die Knochenbiopsie-Nadel) und wurde damit einer der Väter der klinischen Osteologie im Rahmen der Inneren Medizin.
Bruno Schuler (Präsident 1969-1970)
Bruno Schuler, Schüler von Paul Martini, 1939 Habilitation. Ab 1945 Chefarzt der Medizinischen Poliklinik der Universität Bonn, 1946 Professur. Ab 1954 Nachfolger von Arthur Slauck an der Rheumaklinik Aachen, aus der er ein beispielgebendes Diagnose- und Therapiezentrum schuf. Mitbegründer des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen. An ihn erinnert der von der pharmazeutischen Industrie gestiftete „Bruno-Schuler-Preis“.
Victor Rudolf Ott (Präsident 1967-1968)
Victor Rudolf Ott, Schüler von Otto Veraguth und Kurt von Neergard am Zürcher Universitätsinstitut für Physiotherapie und Leitender Arzt der Kuranstalt Bad Pfäfers in der Schweiz. Übernahm 1955 den Lehrstuhl für Balneologie in Gießen und verband die Annahme des Rufes mit der Bedingung des Neubaus einer Klinik (späterer Name: Klinik für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Balneologie) der Universität in Bad Nauheim, die am 28.6.1963 eröffnet wurde. Leistete gleichermaßen Beiträge zu den Gebieten der Balneologie, der Physikalischen Medizin und Rheumatologie, auf letzterem vor allem zur Spondylosis hyperostotica (der er den Namen gab) und der ankylosierenden Spondylitis.
Arrien Evers (Präsident 1965-1966)
Arrien Evers, Schüler von Heinrich Vogt (Breslau). Seit 1935 bis zu seiner Emeritierung Leitender Arzt der Rehabilitationseinrichtung und Leiter des Balneologischen Institutes des Staatsbades Bad Nenndorf. Erwarb sich wesentliche Verdienste in der Balneologie und war als Honorarprofessor an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig.
Wilhelm Heinrich Fähndrich (Präsident 1963-1964)
Geboren 1900. Leiter der Rheumaklinik Landesbad Baden-Baden. Er legte den Schwerpunkt auf physikalische Therapie als wesentlichen Bestandteil der Behandlung rheumatischer Erkrankungen und lenkte den Blick auf die chronische Polyarthritis. Hauptthema des Kongresses 1964 unter seiner Leitung war die chirurgische und konservative orthopädische Therapie bei deformierenden Gelenkleiden. Er starb 1976.
Fritz Hartmann (Präsident 1961-1962)
Fritz Hartmann, Studium der Medizin, Philosophie und Psychologie. Seit 1946 Mitarbeiter von Rudolf Schoen, 1956 Extraordinarius, später Ordinarius in Marburg. 1965 Berufung an die Medizinische Hochschule Hannover, Mitglied des Gründungsausschusses und Aufbau eines modernen Department-Systems mit Eingliederung der Rheumatologie in eine Abteilung für Krankheiten der Bewegungsorgane und des Stoffwechsels und damit in eine Hochschuldisziplin. Nach seiner Emeritierung 1988 beschäftigte er sich mit den Grundfragen des ärztlichen Denkens und Handelns, der Medizingeschichte und Medizinanthropologie.
Werner Heinrich Hauss (Präsident 1959-1960)
Geboren 1907 in Krefeld. Nach dem Medizinstudium in Bonn, Heidelberg, Düsseldorf und Berlin Assistenz in Hamburg-Eppendorf und Barmbeck. 1935 nach Leipzig, dort 1939 Habilitation. 1947 an der Frankfurter Klinik, deren Leitung er kommissarisch ab 1950 übernahm. 1955 Leitung der Medizinischen Klinik in Münster, 1956 Professur für Innere Medizin und ärztlicher Direktor in Münster. Mit Arbeiten über Stoffwechsel und Funktion des Bindegewebes entscheidender Beitrag zu Erkenntnissen in der Ätiologie rheumatischer Erkrankungen. Hauss gab von 1951 an fast 30 Jahre lang die Zeitschrift für Rheumaforschung mit heraus. Er starb 1996.
Hans Erhard Bock (Präsident 1957-1958)
Hans Erhard Bock, nach dem Studium wissenschaftliche Ausbildung in Pathologie, Pharmakologie und Neurologie. Schüler von Franz Volhard, Lehrstühle in Marburg (1948) und Tübingen (1962 bis zur Emeritierung 1972). Aus seiner Schule gingen bedeutende Rheumatologen wie Martin Franke, P. Walter Hartl und Joachim Robert Kalden hervor.
Kurt Voit (Präsident 1955-1956)
Geboren 1895. 1942 Ordinarius in Gießen, 1946 in Mainz. Dort 1959 bis 1960 Rektor. 1950 Gründung und Übernahme der Leitung der Rheumaklinik Bad Kreuznach. Voit förderte die rheumatologische Forschung, 1958 gab er mit Gamp ein Lehrbuch über rheumatische Krankheiten heraus. Voit starb 1978.
Ernst Wilhelm Baader (Präsident 1951-1954)
Ernst Wilhelm Baader war nach Abschluss seines Medizinstudiums (1918) an verschiedenen Berliner Kliniken, ab 1924 als Chefarzt des Kaiserin-Augusta-Viktoria- Krankenhauses in Berlin-Lichtenberg tätig. Er richtete die erste klinische Abteilung für Gewerbekrankheiten in Deutschland ein. Nach dem Kriege Direktor des Knappschaftskrankenhauses Hamm/Westf., verfasste er mehrere Standardwerke zur Berufs- und Arbeitsmedizin. Machte bereits 1954 die im Jahr zuvor von Anthony Caplan publizierte Sonderform der Silikose („Ungewöhnliche Lungenröntgenbilder von Steinkohlen-bergleuten, die an rheumatoider Arthritis leiden“) im Schrifttum bekannt und schlug dafür den Namen Silikoarthritis vor.
Rudolf Schoen (Präsident 1949-1951)
Rudolf Schoen war einer der prägenden Gestalten der Rheumatologie, ja der Medizin im Nachkriegsdeutschland. Seit 1931 Direktor der Medizinischen Poliklinik der Universität Leipzig, wurde er 1939 auf den Lehrstuhl für Innere Medizin in Göttingen berufen, den er bis zu seinem 72. Lebensjahr inne hatte. Beim Neuaufbau dieser Universität, im Wissenschaftsrat, bei der Hochschulreform und nach seiner Emeritierung 1965 als erster Gründungsrektor der Medizinischen Hochschule Hannover erwarb er sich bleibende Verdienste. In seiner langjährigen Tätigkeit als Herausgeber der „Zeitschrift für Rheumaforschung“, der Monografiensammlung „Der Rheumatismus“ und als erster Nachkriegspräsident der Gesellschaft 1949-1951 gab er unserem Fachgebiet noch heute erkennbare Impulse. 1971 wurde er zum Ehrenmitglied der EULAR ernannt. 1985 konnte auf Initiative von Klaus Miehlke zum ersten Mal der Rudolf Schoen-Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der klinischen Rheumatologie vergeben werden.
(Gesellschaft für Rheumatologie der DDR innerhalb der Gesellschaft für Klinische Medizin der DDR)
Quellen:
Torsten Hewelt, Die Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, 1927-2007. Halle, 2009
Kongress-Poster anlässlich des 75. Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, W. Keitel, Gommern-Vogelsang
Holm Häntzschel (Präsident 1990)
1941 in Chemnitz geboren. Medizinstudium, Promotion und Facharztausbildung in Leipzig. 1972 Anerkennung als Facharzt. Unter Werner Otto Spezialisierung für Rheumatologie. 1978 Promotion, 1987 Ernennung zum Professor. 1993 Leiter der Medizinischen Klinik IV der Universitätsklinik Leipzig. 2007 ging Holm Häntzschel in den Ruhestand. Im April 1990 wurde Häntzschel der erste in einer demokratischen geheimen Wahl gewählte Vorsitzende der Gesellschaft für Rheumatologie der DDR. In dieser Funktion Vorbereitung der Fusion mit der DGRh im Herbst 1990. Häntzschel war im Übergangsvorstand 1990 bis 1992 vertreten.
Auf der von Henning Zeidler organisierten 24. Tagung wurde im Jahr 1990 die praktische Vereinigung der rheumatologischen Gesellschaften (West und Ost) vollzogen.
Gerhard Wessel (Präsident 1976-1990)
Gerhard Wessel, Studium in Halle, Ausbildung und Habilitation (1969) bei A. Sundermann. 1976-92 Nachfolger Kurt Seidels als Direktor der Klinik für Innere Medizin der Friedrich Schiller-Universität Jena, danach Leitender Internist bzw. Chefarzt einer Rehabilitations- und Rheumaklinik. Seine Amtsführung 1976-90 war geprägt durch eine sehr fruchtbare Arbeit, die u.a. durch über 20 Kongresse dokumentiert wird, welche unter seiner Leitung oder Komoderation im In- und Ausland stattfanden. Dies war nicht zuletzt dem Engagement von Klaus Leistner als Sekretär bzw. Stellvertreter und der breiten Unterstützung durch den Vorstand der Gesellschaft zu verdanken.
Wolfgang Keitel (Präsident 1974-1976)
Wolfgang Keitel, Studium in Halle, danach ab 1955 Assistent und Oberarzt der Inneren Klinik der Medizinischen Akademie Magdeburg (bei R. Emmrich und J. Rechenberger). 1964 Habilitation, 1969 Aufbau der Rheumaklinik Vogelsang-Gommern. Seit der Gründung 1966 Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Rheumatologie der DDR, 1990 erneute Wahl mit Übernahme in den Vorstand der DGRh. 1991-96 Sprecher des Rheumazentrums Magdeburg-Vogelsang, 1991-2001 Sprecher der Kommission Qualitätssicherung der DGRh.
Kurt Seidel (Präsident 1972-1974)
Kurt Seidel, Promotion 1941 in Leipzig, ab 1953 Assistent und Oberarzt der Medizinischen Klinik der Universität Leipzig (Max Bürger), Habilitation 1957, Direktor der Medizinischen Klinik der Universität Jena. Hatte zusammen mit Hans Tichy, Gerhard Heidelmann und Werner Otto als Autor und Koautor verschiedener Fachbücher und Leiter des Arbeitskreises sowie der späteren Arbeits- und Forschungsgemeinschaft Rheumatologie wesentlichen Anteil am Aufbau einer organisierten Rheumaforschung in der DDR. Schied 1978 nach entwürdigender Behandlung durch einige Dienststellen verbittert aus dem Amt.
Werner Otto (Präsident 1969-1972)
Werner Otto, Medizinstudium in Leipzig und Jena, unterbrochen durch Kriegsdienst und Gefangenschaft. Ab 1950 wissenschaftlicher Assistent, 1957 Habilitation am Medizinisch-Poliklinischen Institut der Universität Leipzig, mit dessen (zunächst kommissarischer) Leitung er 1962 betraut wurde und die er bis zu seiner Emeritierung 1986 innehatte. Leitete über viele Jahre die Leipziger Arbeitsgruppe in der AFG Rheumatologie Jena. Verfasser einer Reihe von Lehrbüchern. Trat als Gastreferent u.a. in Finnland, Ägypten, im Sudan und in den USA auf.
Gerhard Heidelmann (Präsident 1966/67-1969)
1965 übernahm Gerhard Heidelmann das Institut für Rheumatologie in Dresden. Am 10.6.1966 wurde eine Arbeitsgemeinschaft Rheumatologie in der Deutschen Gesellschaft für Klinische Medizin gegründet, der Vorläufer der Gesellschaft für Rheumatologie der DDR. Heidelmann wurde ihr erster Vorsitzender. Gerhard Heidelmann, 1944 Staatsexamen, Militärdienst. 1953 Habilitation bei M. Ratschow in Halle. 1959-65 Chefarzt der Medizinischen Klinik des Bezirkskrankenhauses Meiningen. Organisierte die Bekämpfung des Rheumatischen Fiebers durch die Einführung der Penizillin-Langzeit-Prophylaxe. War wesentlich am Aufbau der Rheumaberatungsstellen in den Bezirken Halle, später Suhl und Dresden beteiligt. 1965 Berufung auf einen Lehrstuhl für Innere Medizin an der Medizinischen Akademie „Carl Gustav Carus“ Dresden, gleichzeitig Leitung des Institutes für Rheumatologie als Nachfolger von Hans Tichy. Später wurde er durch wichtige Arbeiten über die Gicht und den Purinstoffwechsel (mehrere Buchveröffentlichungen) bekannt und leitete die Arbeitsgruppe Kristallarthropathien.
Quellen:
Torsten Hewelt, Die Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, 1927-2007. Halle, 2009
Kongress-Poster anlässlich des 75. Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, W. Keitel, Gommern-Vogelsang
Max Hochrein (1944-1945)
Geb. 1897, Examen in Erlangen. 1922 bis 1924 Assistent am Physiologischen Institut der Universität München, anschließend in der Medizinischen Klinik in Köln. Als Schüler von Morawitz bis zu seiner Habilitation 1928 in Leipzig. Nach zweijährigem USA-Aufenthalt ab 1930 wieder in Leipzig, dort 1939 Ordinarius der Universitäts-Poliklinik. Von 1940 bis 1945 Dekan der Leipziger Medizinischen Fakultät. 1948 Chefarzt der Medizinischen Klinik am Städtischen Krankenhaus Ludwigshafen/Rhein. Hochrhein starb 1973.
Heinrich Vogt (Präsident 1933-1944)
Heinrich Vogt wurde 1875 geboren. 1899 legte er in Göttingen das Staatsexamen in Medizin ab und wurde im gleichen Jahr promoviert. 1907 habilitierte er sich in Göttingen für Psychiatrie und Neurologie, 1909 erfolgte die Ernennung zum Extraordinarius. 1911 übernahm Vogt die Leitung des Sanatoriums „Nerotal“ in Wiesbaden. Der Wechsel zur Balneologie erfolgte später in Bad Pyrmont, wohin er 1925 übersiedelte. 1935 erfolgte die Berufung zum Ordinarius für Balneologie der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität Breslau und die Ernennung zum Direktor der Reichsanstalt für das deutsche Bäderwesen. Ab 1939 schränkte die Reichsanstalt kriegsbedingt ihre Tätigkeit immer weiter ein, Vogt geriet in lange Kriegsgefangenschaft. Nach deren Ende ließ er sich wieder in Bad Pyrmont nieder. Hier bemühte er sich um den Wiederaufbau des Bäderwesens. Vogt starb im Jahr 1957.
Eduard Dietrich (Präsident 1927-1933)
Durch seine Verbindung zur ISMH war er die entscheidende Person bei der Vorbereitung und Gründung. Während seiner Amtszeit stand er an der Spitze des Preußischen Wohlfahrtsministeriums. Nach Erreichen der Altersgrenze 1926 widmete er sich überwiegend der Gründung der Gesellschaft für Rheumabekämpfung und – als ihr erster Vorsitzender – der Förderung der Rheumatologie.
Max Hirsch
Von Max Hirsch sind nur wenige biographische Daten bekannt. Geboren wurde er 1875, sein Studium schloss er 1900 ab. Groß sind seine Verdienste in den ersten Jahren der Gesellschaft für Rheumabekämpfung. Zunächst als Schriftführer, später als Generalsekretär der Gesellschaft vertrat er den Präsidenten Dietrich in der ILAR. Hirsch gründete die „Zeitschrift für wissenschaftliche Bäderkunde“, deren Herausgeber und Redakteur er war. Zusammen mit Dietrich gab er 1929 und 1931 das „Rheumajahrbuch“ heraus. Nach der Machtübernahme durch Hitler und der Gleichschaltung der Gesellschaft 1933 emigrierte er nach Osteuropa, ob Tschechoslowakei oder Sowjetunion ist ebenso wie sein weiteres Schicksal unbekannt.