Die Hans Hench-Stiftung zur Förderung der Rheumatologie, Sitz Freiburg, und die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V. schreiben für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der pädiatrischen und internistischen rheumatologischen Rehabilitation und Versorgungsforschung für 2024 einen Nachwuchspreis in Höhe von 2.000 Euro aus.
Bewerben können sich Personen bis 35 Jahre mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium. Von der Bewerbung ausgeschlossen sind alle, die bereits mit einem Hans Hench-Preis ausgezeichnet wurden.
Bitte reichen Sie Ihre Unterlagen in digitaler Form als separate PDF-Dateien in der Geschäftsstelle der DGRh ein: wissenschaftspreise@dgrh.de
Betreff: „Hans Hench-Preis“
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!
Die Hans-Hench Stiftung e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) e.V. verleihen den Hans Hench-Preis für Rheumatologische Rehabilitation und Versorgungsforschung in diesem Jahr an PD Dr. med. habil. Johannes Knitza aus Marburg und Dr. med. Hannah Labinsky aus Würzburg. Sie werden für das Projekt „TeleSpActive“ ausgezeichnet, das innovative Ansätze zur Verbesserung der Versorgung von Patient:innen mit axialer Spondylarthritis (axSpA) durch digitale Technologien untersucht. Die prämierten Arbeiten tragen die Titel: "Studentled clinics and ePROs to accelerate diagnosis and treatment of patients with axial spondyloarthritis: results from a prospective pilot study" und "Evaluation of a hybrid telehealth care pathway for patients with axial spondyloarthritis including selfsampling at home: results of a longitudinal proofofconcept mixedmethods study". Laudator Prof. Dr. med. Dirk Meyer-Olson aus Bad Pyrmont verlieh die Urkunden im Rahmen des Deutschen Rheumatologiekongresses 2024 im September 2024 in Düsseldorf.
Das Projekt „TeleSpActive“ zeigt, wie eine telemedizinisch und studentisch unterstützte Frühsprechstunde Wartezeiten reduziert und frühere Therapieeinleitungen ermöglicht. Zugleich begeistert sie Studierende für das Fach Rheumatologie. Multimodale asynchrone telemedizinische Diagnosestellung vermeidet Verzögerungen in der Diagnose und kann die Zeit bis zur Therapieeinleitung verringern. Hybrides Monitoring mit Vor-Ort- und Telefonvisiten, und von Studierenden durchgeführte Blutentnahmen zur CRP-Bestimmung sparen Vor-Ort-Termine und setzen wertvolle Terminressourcen frei.
Angesichts der bestehenden und drohenden Versorgungslücken ist dieser Ansatz besonders relevant. Er zeigt, wie sich die Versorgung von Patient:innen mit rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen wirksam und nachhaltig verbessern lässt.

Rheumatologe Johannes Knitza, geboren 1991, studierte Humanmedizin an der Semmelweis-Universität Budapest und der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg. Nach internationalen praktischen Erfahrungen in der Medizin erwarb er 2019 den Master of Health Business Administration an der FAU Erlangen-Nürnberg. Von 2017 bis 2023 war er als Clinical Scientist an der Medizinischen Klinik III in Erlangen tätig und übernahm noch im selben Jahr die stellvertretende Leitung der Studienambulanz. Seit Oktober 2023 ist Knitza Oberarzt am Institut für Digitale Medizin am Universitätsklinikum Gießen & Marburg.
Seine Dissertation mit dem Titel „Comparison of Current Swiss Fetal Biometry Reference Charts with Reference Charts from 1999. Are Fetuses Getting Bigger?“ schloss er 2019 magna cum laude ab. Im Jahr 2022 habilitierte er sich mit der Arbeit „Digitale Technologien in der Rheumatologie“. Dr. Knitza engagiert sich aktiv in der Fachgesellschaft, ist Mitglied der AG Junge Rheumatologie und wirkt in den Kommissionen „Digitale Rheumatologie“ und „Patientenschulung“ der DGRh mit. Für seine Forschungsarbeit zu symptomorientierten Diagnose-Apps erhielt er 2023 den Rudolf Schoen-Preis.

Preisträgerin Hannah Labinsky studierte Humanmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ihre Promotion mit dem Titel „Multiparameter-Untersuchungen zur Heterogenität der synovialen Entzündungsreaktion bei Gonarthrose“ schloss sie 2020 summa cum laude ab. Von 2017 bis 2018 war sie als Visiting Scientist in der Forschungsgruppe von Erika Noss an der University of Washington in Seattle tätig.
Von 2020 bis 2022 forschte Dr. Labinsky in der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Erlangen, wo sie sich auf axiale Spondylarthropathien und Digitalisierung in der Rheumatologie spezialisierte. Seit Januar 2023 ist sie als Assistenzärztin an der Medizinischen Klinik II, Sektion Rheumatologie/Klinische Immunologie am Universitätsklinikum Würzburg angestellt, wo sie in der rheumatologischen Hochschulambulanz und in verschiedenen internistischen Bereichen tätig ist.
Der Hans Hench-Preis
Der Hans Hench-Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der pädiatrischen und internistischen rheumatologischen Rehabilitation und Versorgungsforschung. Gemeinsam mit der Hans-Hench Stiftung zur Förderung der Rheumatologie e.V. mit Sitz in Freiburg schreibt die DGRh diesen Preis alle zwei Jahre aus. Namensgeber des Preises ist der Unternehmer Hans Hench, der die Stiftung im Jahr 1988 gründete. Der Preis mit 2.000 Euro dotiert ist. Die DGRh gratuliert den Geehrten sehr herzlich und dankt Ihnen für ihr besonderes Engagement für die Rheumatologie.

Für ihre Arbeit mit dem Titel „The impact of a structured one–day seminar on disease–specific knowledge, lifestyle habits and disease impairment in ANCA– associated vasculitis. Results of a randomized, controlled study“ zeichnete die Hans-Hench Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. dieses Jahr Dr. med. Nancy Garbe mit dem Hans-Hench-Preis aus. „Studien mit einem randomisierten Design sowie Untersuchungen zur Evaluation von Patientenschulungen lassen sich immer noch viel zu selten in der Rehabilitationsforschung finden. Die diesjährige Preisträgerin vereinigt diese beiden wichtigen Aspekte in Ihrer Arbeit.“, lobte Laudator Prof. Dr. med. Dirk Meyer-Olson, Sprecher der Kommission Rehabilitation, Physikalische Therapie und Sozialmedizin der DGRh.

Nancy Garbe, geboren 1988 in Lauchhammer, studierte Humanmedizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Am Julius-Bernstein-Institut für Physiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg entstand ihre Promotionsleistung zur “Bedeutung von Glycin 338 der zweiten Transmembrandomäne für die Funktion des hP2X7-Rezeptors“. Im Zuge ihrer derzeitigen Tätigkeit am Universitätsklinikum Halle (Saale) führt sie unter anderem Patientenschulungen für Patienten mit Granulomatose mit Polyangiitis und systemischem Lupus erythematodes durch.
Der Hans-Hench-Preiswürdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der pädiatrischen und internistischen rheumatologischen Rehabilitation und Versorgungsforschung. Gemeinsam mit der Hans-Hench Stiftung zur Förderung der Rheumatologie e.V. mit Sitz in Freiburg schrieb die DGRh für 2022 erneut einen Preis aus. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Namensgeber des Preises ist Unternehmer Hans Hench, der im Jahre 1988 die Stiftung gründete.

Für seine Arbeit zur Effizienz der multimodalen Komplexbehandlung bei Patienten mit axialen Spondyloarthritiden zeichnete die DGRh Dr. med. Phillip Christof Moritz Klemm mit dem diesjährigen Hans-Hench-Preis aus. Die Arbeit belege die Wirkung der multimodalen Komplexbehandlung bei diesen Patienten, so Laudator Prof. Dr. Dirk Meyer-Olson, und untermauere die Evidenz von physikalischen Therapien bei dieser Erkrankungsgruppe für das Erreichen eines nachhaltigen Behandlungserfolges.

Philipp Klemm, geboren 1987 in Düsseldorf, studierte in Basel und Saarbrücken Humanmedizin. Seine Facharztausbildung absolvierte er an der Universität Göttingen. Seit dem Jahr 2017 arbeitet er am Campus Kerckhoff der Justus-Liebig-Universität Gießen in Bad Nauheim. Dort ist auch die ausgezeichnete Arbeit mit dem Titel „Evaluation of a special concept of physical therapy in spondyloarthritis: German multimodal rheumatologic complex treatment for spondyloarthritis” entstanden. Die Zeitschrift “Clinical Rheumatology” publizierte sie im Mai 2020.
Die DGRh verleiht diesen Nachwuchspreis für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der rheumatologischen Rehabilitation und Versorgungsforschung. Stifterin ist die Hans-Hench Stiftung zur Förderung der Rheumatologie e. V. in Freiburg. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Namensgeber des Preises ist Unternehmer Hans Hench, der im Jahre 1988 die Stiftung gründete.
Menschen mit Axialer Spondyloarthritis (AxSpA) leiden häufiger an depressiven Symptomen als Gesunde und fühlen sich weniger wohl. Dies zeigt eine Studie von Imke Redeker aus Berlin. Für ihre Ergebnisse zeichnete die DGRh die Statistikerin mit dem Hans-Hench-Preis 2018 für Rehabilitations- und Versorgungsforschung aus. Die Erkenntnisse von Redeker und ihren Co-Autoren unterstreichen den Bedarf, depressive Symptome in zukünftige Behandlungskonzepte für Menschen mit AxSpa einzubeziehen.
Gemeinsam mit ihren Berliner Kollegen hatte Redeker das psychische Wohlbefinden von Patienten mit axSpA mithilfe eines geprüften Screening-Instruments untersucht. Sie werteten die Fragebögen von Insgesamt 1.736 Männer und Frauen verschiedener Altersgruppen aus. Daraus ergab sich, dass der Anteil von AxSpA Patienten mit depressiven Symptomen hoch ist: Nur 42 Prozent der Personen bezeichneten ihr Wohlbefinden als gut. Immerhin 28 Prozent äußerten leichte, 31 Prozent sogar mittlere bis schwere depressive Symptome. Und: Menschen mit AxSpa im mittleren Alter, zwischen 40 und 59 Jahren, weisen die höchste Prävalenz depressiver Symptome auf.

Geboren 1989 in Wilhelmshaven studierte Redeker Mathematik in Cottbus, wo sie promoviert. Seit Anfang 2017 arbeitet sie als Statistikerin am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum DRFZ in Berlin im Programmbereich Epidemiologie. Für Ihre Publikation “Determinants of psychological well-being in axial spondyloarthritis: an analysis based on linked claims and patient-reported survey data” zeichnen die DGRh und die Hans-Hench Stiftung sie mit dem gleichnamigen Preis aus.
Die Hans-Hench Stiftung zur Förderung der Rheumatologie e. V. in Freiburg und die DGRh verliehen in diesem Jahr zum vierten Mal einen Nachwuchspreis für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der rheumatologischen Rehabilitation und Versorgungsforschung. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Zugelassen sind Bewerber bis 35 Jahre. Namensgeber des Preises ist Unternehmer Hans Hench, der im Jahre 1988 die Stiftung gründete. Sie dient der „Förderung fortbildungswilliger Doktoranden, Diplomanden, Ärzte und Therapeuten, die nicht in der Lage sind, die dafür erforderlichen Kosten selbst aufzubringen“.
Die Teilhabe am sozialen Leben ist für Menschen mit Rheuma oft eingeschränkt. Eine wesentliche Rolle spielen dabei kommunikative Probleme rund um die Erkrankung. Dies zeigt eine Online-Befragung von Betroffenen, die Diplom-Psychologin Dr. Juliane Lamprecht und Diplom-Soziologin Anja Thyrolf vom Institut für Rehabilitationsmedizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit Unterstützung der Deutschen Rheuma-Liga durchgeführt haben.

Die Forschergruppe aus Halle hat mehr als 2.000 Menschen mit rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen mithilfe eines Online-Fragenbogens zu krankheitsbezogenen Kommunikationsbarrieren befragt. 1015 Antworten konnten ausgewertet werden. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtete von Problemen der Konversation zu Krankheitsaspekten in unterschiedlichen Alltagssituationen. Besonders häufig wurden die Kommunikationsbarrieren bei Behördengängen und im Berufsleben erlebt. Insbesondere im Kontakt mit Vorgesetzten und anderen Autoritäten machen Menschen mit Rheuma die Erfahrung, dass ihnen die krankheitsbezogene Kommunikation schwerfällt. Dies betrifft besonders häufig Situationen, in denen sie „nein“ sagen müssten. Jüngere Menschen und Frauen tun sich mit der Kommunikation krankheitsspezifischer Aspekte besonders schwer, sind weniger selbstsicher und zurückhaltender in der Kommunikation auch mit Ärzten. Basierend auf diesen Ergebnissen soll nun ein spezifisches Kommunikationstraining für Menschen mit rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen für solche Situationen entwickelt werden.

Diplom-Psychologin Dr. Juliane Lamprecht hat Psychologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Themen wie soziale Teilhabe, Lebensqualität oder soziales Netzwerk. Diplom-Soziologin Anja Thyrolf hat Soziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert und beschäftigt sich neben dem Thema soziale Teilhabe insbesondere mit Kommunikationsbarrieren im Alltag. Beide sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am dortigen Institut für Rehabilitationsmedizin unter Leitung von Professor Dr. med. Wilfried Mau.

Affiliation: Diplom-Psychologin Kerstin Mattukat hat Psychologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert und ist seit 2008 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am dortigen Institut für Rehabilitationsmedizin unter Leitung von Professor Dr. med. Wilfried Mau.
Auszeichnung für: Die Hans-Hench Stiftung und die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie verleihen für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der rheumatologischen Rehabilitation und Versorgungsforschung 2015 zum zweiten Mal den Hans-Hench Preis.

Affiliation: Seit 2010 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Qualitätsmanagement und Sozialmedizin (AQMS) des Universitätsklinikums Freiburg und beschäftigt sich mit Fragen der Patientenorientierung und Partizipation bei chronischen Erkrankungen (z. B. im Rahmen von Patienten- und Behandlerschulung) und insbesondere mit dem Fibromyalgiesyndrom.
Auszeichnung für: Die Hans-Hench Stiftung und die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie verleihen für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der rheumatologischen Rehabilitation und Versorgungsforschung 2014 erstmals den Hans-Hench Preis. Der Preis geht an Diplom-Psychologin Antje Ullrich für ihre Untersuchungen bei Patientinnen mit Fibromyalgiesyndrom und wurde im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Düsseldorf verliehen.
Prof. Dr. med Reinhard Voll
Hans-Hench Stiftung
Verlorener Weg 14
79110 Freiburg