Rudolf Schoen-Preis der Stiftung der DGRh

Die Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie schreibt jährlich den Rudolf Schoen-Preis für Rheumatologie aus für eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit aus dem Gebiet der Rheumatologie.

Mit der Vergabe des Preises möchte die Stiftung junge Wissenschaftler:innen im Bereich der Rheumaforschung fördern und in ihrer Arbeit unterstützen.

Rudolf Schoen war der erste Nachkriegspräsident der DGRh. Er beteiligte sich entscheidend am Wiederaufbau der Universität Göttingen, vor allem der Medizinischen Fakultät. Er trug maßgeblich zur Gründung der Medizinischen Hochschule Hannover bei, deren Gründungsrektor er wurde. Im Jahr 1954 ernannte ihn die DGRh zum ständigen Ehrenpräsidenten. Ihm zu Ehren vergibt die Stiftung der Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie jedes Jahr den Rudolf-Schoen-Preis.

Voraussetzungen:

  • Ein bis drei wissenschaftliche(-n) Publikation(-en) aus den vergangenen zwei Jahren mit einem eindeutigen thematischen Schwerpunkt
  • aus der/den Publikation/en muss ein Impuls für die deutsche Rheumatologie hervorgehen
  • Habilitation oder äquivalente Leistungen in Forschung und Lehre
  • Die eingereichten Publikationen dürfen nicht zeitgleich an anderer Stelle zu einer Preisverleihung eingereicht worden sein
  • ein Ruf auf eine W2/W3-Professur oder eine entsprechende Professur ist ein Ausschlusskriterium
  • Bewerber:innen dürfen nicht älter sein als 42 Jahre (Kinderbetreuungszeiten von einem Jahr pro Kind sind bei Vorlage eines Nachweises abziehbar)
  • Bewerbungen sind ausschließlich elektronisch zu richten an: wissenschaftspreise@dgrh.de, Betreff: „Rudolf Schoen-Preis“
  • Forschungsarbeiten in laufenden Prüfungsverfahren müssen zum Zeitpunkt der Bewerbung mindestens zur Publikation eingereicht sein.

Einzureichen sind:

  • die wissenschaftliche/n Publikation/en
  • Zusammenfassung, aus der der thematische Schwerpunkt der Bewerbung hervorgeht (maximal eine DIN A4-Seite)
  • ein Curriculum mit der Liste der Publikationen und Beiträgen bei wissenschaftlichen Tagungen
  • ein Empfehlungsschreiben des akademischen Betreuers/der Betreuerin oder fachlichen Fürsprechers/-sprecherin
  • ein Porträtfoto mit einer Auflösung in 300 dpi sowie Urheberrechtsangabe und Einverständnis für Publikationszwecke durch die DGRh e.V. im Falle eines Preisgewinns

Bitte beachten Sie auch die Mittelvergabeordnung der DGRh e.V.

Die Höhe des Preisgeldes beträgt 10.000 Euro. Der Vorstand der Stiftung begutachtet die eingesandten Arbeiten und entscheidet über die Preisvergabe.

Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des jährlichen Deutschen Rheumatologiekongresses. 

Ausgezeichnete

2025

PD Dr. Harriet Morf ausgezeichnet

Die Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie ehrt in diesem Jahr die Arbeit einer Nachwuchswissenschaftlerin, die mit ihrer ausgezeichneten Forschungsleistung die Förderung der körperlichen Aktivität von Rheumapatient:innen durch innovative Technologien und das Verständnis des positiven Einflusses von Bewegung auf die Erkrankung zum Ziel setzte: Den Rudolf Schoen-Preis 2025 erhält PD Dr. Harriet Morf für Ihre Habilitation zur „Digitalisierung im Bereich der Bewegungstherapie und Frühdiagnostik bei rheumatischen Erkrankungen“. Ihre Forschung greift ein zentrales Problem auf. Rheumatische Erkrankungen betreffen viele Menschen, werden aber oft zu spät erkannt. Gleichzeitig gibt es einen Mangel an Rheumatologinnen und Rheumatologen in Deutschland. Morf zeigt Wege auf, wie digitale Lösungen helfen können, Diagnosen zu beschleunigen, Therapien zu verbessern und Patientinnen und Patienten aktiv in ihre Versorgung einzubeziehen.

Über PD Dr. Harriet Morf

Die wissenschaftliche Laufbahn von PD Dr. Harriet Morf begann an der Universität Leipzig, wo sie ihr Studium der Humanmedizin im Juli 2016 mit der Approbation als Ärztin abschloss. Während ihres Studiums sammelte sie Berufserfahrungen im In- und Ausland, unter anderem mit einem praktischen Jahr an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) in Mexiko-Stadt sowie an der Universidade do Estado do Rio de Janeiro (UERJ) in Brasilien.

Nach ihrem Studium begann PD Dr. Morf ihre Facharztausbildung für Innere Medizin an der Medizinischen Klinik 3 des Universitätsklinikums Erlangen (UKER), die sie im Zeitraum von August 2016 bis September 2021 absolvierte. Währenddessen erwarb sie umfassende Kenntnisse in der Rheumatologie und Immunologie, arbeitete im HLA-Labor und war in der ärztlichen Rufbereitschaft tätig. Parallel dazu schloss sie im September 2021 erfolgreich das Programm zum Clinical Scientist am UKER ab, was ihre wissenschaftliche Qualifikation weiter stärkte. Ihre Ausbildung wurde durch internationale Erfahrungen ergänzt, darunter durch ein Observership im HLA-Labor der Cleveland Clinic in Ohio sowie ein Auslandssemester in Brasilien und Mexiko. Seit 2023 ist sie auch als Clinical Scientist tätig.

Zudem wurde sie im Fachgebiet Innere Medizin an der Universität Leipzig mit magna cum laude promoviert. Ihre Dissertation beschäftigt sich mit der Untersuchung von Depressivität bei Patient:innen mit rheumatoider Arthritis und wurde unter der Betreuung von Prof. Dr. Christoph Baerwald verfasst.

Die Expertin ist eine engagierte Rheumatologin mit umfangreicher Erfahrung in der klinischen Forschung und wissenschaftlichen Gutachtertätigkeit. Sie ist Gutachterin für das „Journal of Clinical Medicine (JCM)“ und fungiert als Hauptprüferin in verschiedenen Studien. Daneben ist PD Dr. Morf in der Fachgesellschaft aktiv als Mitautorin der Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Gicht“ und engagiert sie sich seit 2021 im Netzwerk „Engagiert. Weiblich. Rheumatologin“ (EWR) der DGRh.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Rheumatologiekongresses 2025 in Wiesbaden statt. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Georg Schett.

Mit dem Rudolf-Schoen-Preis für Rheumatologie ehrt die Stiftung der DGRh hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Rheumatologie. Sie möchte damit junge Wissenschaftler:innen in der Rheumaforschung fördern und in ihrer Arbeit unterstützen. Der Vorstand der Schoen-Stiftung begutachtet die eingesandten Arbeiten und entscheidet über die Preisvergabe. Der Rudolf Schoen-Preis ist mit 10.000 EUR dotiert.

Verleihung des Rudolf Schoen-Preises

2024

Karolína Gente ausgezeichnet

Mit dem Rudolf Schoen-Preis für Rheumatologie ehrt die Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Rheumatologie. Den Preis verleiht die Stiftung an junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, um ihre Forschung zu fördern und ihre Arbeit zu würdigen. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an Dr. med. Karolína Gente, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie sowie Funktionsoberärztin am Universitätsklinikum Heidelberg, für ihre wegweisende Forschungsarbeit im Bereich rheumatisch-maligner Erkrankungen. Der Rudolf Schoen-Preis ist auch in diesem Jahr mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert.

Über Dr. med. Karolína Gente

Karolína Gente schloss ihr Studium der Humanmedizin an der Universität Heidelberg im Jahr 2012 ab und erlangte dort zwei Jahre später ihren Doktortitel. Im Anschluss arbeitete sie zunächst als Assistenzärztin in der Klinik für Innere Medizin V: Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg, wo sie ihren Weiterbildungsschwerpunkt auf die Rheumatologie legte. Seit Dezember 2018 arbeitet sie dort als Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie und übernahm zudem im Jahr 2019 die Position der Funktionsoberärztin.

Neben ihrer rein klinischen Tätigkeit weist Dr. Gente eine beeindruckende wissenschaftliche Karriere vor. So initiierte sie die SCREENED-Studie zur frühen Erkennung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse ließ sie in ihre Masterarbeit für das berufsbegleitende Studium zum Master of Health Business Administration (MHBA) einfließen ließ. Den Titel erwarb sie 2020 an der Universität Erlangen-Nürnberg. Außerdem startete sie das „MalheuR-Projekt“, das die komplexen Zusammenhänge zwischen rheumatischen und malignen Erkrankungen untersucht.

Dr. Gente engagiert sich aktiv in diversen Gremien und Kommissionen. In der DGRh trägt sie zur Entwicklung von Leitlinien bei. Ihre Arbeit konzentriert sich insbesondere auf die Therapie der rheumatoiden Arthritis. Sie ist auch Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren der DGRh.

Die ausgezeichnete Forschungsarbeit

Die DGRh zeichnet Dr. Gente mit dem Rudolf Schoen-Preis für ihre herausragende Arbeit im Rahmen des MalheuR-Projektes aus. Sie publiziert eine Arbeit mit dem Titel: "Altered serum metabolome as an indicator of paraneoplasia or concomitant cancer in patients with rheumatic disease" erschienen sind. Der Laudator der Preisverleihung, Prof. Dr. med. Hanns-Martin Lorenz, Leiter der Sektion für Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg, hob in seiner Rede hervor: "Die Daten dieser innovativen Arbeit legen nahe, dass in vielleicht nicht allzu ferner Zukunft Biomarker existieren werden, die bei unklaren entzündlichen Reaktionen bei Patienten aus unserem Fachgebiet Malignome früher und vielleicht spezifischer erkannt werden können."

Im Fokus steht die Untersuchung der veränderten metabolischen Signatur im Serum von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen oder Paraneoplasien als Indikator für (koinzidente) Krebserkrankungen. Diese Arbeit adressiert eine bedeutende klinische Herausforderung: die frühzeitige und zuverlässige Diagnose von Krebserkrankungen bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (ERE) oder rheumatischen Paraneoplasien (PN), die häufig erst spät erkannt werden.

Die von Dr. Gente entwickelte Methode basiert auf der Untersuchung metabolischer Veränderungen im Blutserum, die mithilfe modernster kernspinresonanzspektroskopischer Techniken und künstlicher Intelligenz analysiert wurden. Ihre Ergebnisse zeigten eine hohe Sensitivität und Spezifität bei der frühzeitigen Krebsdiagnose, was eine schnellere und gezieltere Behandlung ermöglicht und somit die Prognose der Patienten erheblich verbessert.

Ausblick und Bedeutung der Forschung

Dr. Gentes Forschung bietet das Potenzial, die diagnostischen Möglichkeiten bei Patienten mit rheumatischen und malignen Erkrankungen grundlegend zu verändern. Die von ihr entwickelten Biomarker könnten zukünftig eine schnellere und minimal-invasive Diagnostik ermöglichen, die besonders in der frühen Krebsdiagnose bei ERE- und PN-Patienten entscheidend ist. Ihre Arbeit hat nicht nur eine hohe wissenschaftliche Relevanz, sondern auch eine unmittelbare klinische Bedeutung, die das Leiden der betroffenen Patienten nachhaltig lindern könnte.

Verleihung des Rudolf Schoen-Preises

2023

Dr. med. Rebecca Hasseli-Fräbel und Dr. med. Johannes Knitza ausgezeichnet

Mit dem Rudolf-Schoen-Preis für Rheumatologie ehrt die Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Rheumatologie. Sie möchte damit junge Wissenschaftler:innen in der rheumatologischen Forschung fördern und sie in ihrer Arbeit unterstützen. In diesem Jahr entschied der Vorstand der Stiftung über die Vergabe des Preises an zwei hervorragende Forschungsarbeiten, eine von Dr. med. Rebecca Hasseli-Fräbel aus Münster und eine weitere von Dr. med. Johannes Knitza aus Erlangen. Verbunden mit der Ehrung ist ein Preisgeld in Höhe von je 5.000 Euro.

Über Dr. med. Rebecca Hasseli-Fräbel

Die wissenschaftliche Karriere von Dr. med. Rebecca Hasseli-Fräbel, Jahrgang 1989, begann in der Justus-Liebig-Universität Gießen. Im Anschluss an ihr Studium der Humanmedizin wurde sie dort 2018 am Lehrstuhl für Innere Medizin und Rheumatologie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Ulf Müller-Ladner mit ihrer Arbeit „Der Einfluss der Adipokine auf die Interaktion der synovialen Fibroblasten von Patienten mit rheumatoider Arthritis und Endothelzellen“ promoviert. Daneben übt Dr. Hasseli-Fräbel seit 2016 Lehrtätigkeiten an verschiedenen wissenschaftlichen Universitätsstandorten aus und wurde im Jahr 2020 die Koordinatorin des COVID-19-Registers für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sowie des COVID-19-Registers für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen im Folgejahr. Seit 2022 ist sie die klinische Leiterin der SHIVAP-Studie zur Untersuchung von Effektivität und Sicherheitsprofil des Zoster-Totimpfstoffs bei Psoriasis und Psoriasis Arthritis. Dr. Hasseli-Fräbel erhält den Rudolf-Schoen-Preis 2023 für ihre Habilitationsschrift „Entzündlich-rheumatische Erkrankungen im Kontext der COVID-19-Pandemie“.

Über Dr. med. Johannes Knitza

Dr. med. Johannes Knitza, Jahrgang 1991, absolvierte sein Studium der Humanmedizin 2010-2016 an der Semmelweis-Universität Budapest sowie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach einem praktischen Jahr in Frankreich, Deutschland und Australien erwarb er 2019 zudem den Master of Health Business Administration an der FAU Erlangen-Nürnberg. Hier ist er seit April 2017 als Clinical Scientist in der Rheumatologie der Medizinischen Klinik 3 tätig und übernahm im März 2023 die stellvertretende Leitung der Studienambulanz. Sein Dissertationsprojekt „Comparison of Current Swiss Fetal Biometry Reference Charts with Reference Charts from 1999. Are Fetuses Getting Bigger?“ (magna cum laude) finalisierte er zuvor im Jahr 2019 bei Prof. Wisser (Universitätsspital Zürich) und Prof. Faschingbauer (Universitätsklinikum Erlangen) und wurde in Erlangen unter der Leitung von Prof. Georg Schett mit der Arbeit „Digitale Technologien in der Rheumatologie“ 2022 habilitiert. Darüber hinaus ist er ein engagiertes Mitglied der Fachgesellschaft, u.a. durch seine Tätigkeiten in der AG Junge Rheumatologie seit 2017 sowie in den Kommissionen „Digitale Rheumatologie“ und „Patientenschulung“ der DGRh. Dr. med. Johannes Knitza wird mit dem Rudolf-Schoen-Preis 2023 ausgezeichnet für seine Arbeit „Accuracy, patient-perceived usability, and acceptance of two symptom checkers (Ada and Rheport) in rheumatology: interim results from a randomized controlled crossover trial“.

Verleihung des Rudolf-Schoen Preises

2022

Prof. Dr. rer. nat. Silvia Capellino ausgezeichnet

Mit dem Rudolf-Schoen-Preises ehrt die Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. in diesem Jahr die Arbeit einer Naturwissenschaftlerin, die sich in ihrer herausragenden Karriere viel auf rheumatologische Themen fokussierte: Den Rudolf-Schoen-Preis 2022 erhält Prof. Dr. rer. nat. Silvia Capellino für Ihre Forschung zur „Rolle des Neurotransmitters Dopamin in der rheumatoiden Arthritis“. Mit dieser Arbeit „konnte sie in den letzten hochrangig erschienenen Publikationen zeigen, dass Dopamin über verschiedene Rezeptoren, die sowohl auf synovialen Fibroblasten, wie auch auf Immunzellen exprimiert sind, den Knochenmetabolismus bei RA beeinflusst und dass Frauen mit RA deutlich mehr proinflammatorische Dopamin-Rezeptoren auf B-Zellen exprimieren als männliche Patienten.“, betont Prof. Dr. med. Christof Specker in seiner Laudatio. Der Rudolf-Schoen-Preis würdigt eine exzellente wissenschaftliche Arbeit aus dem Gebiet der Rheumatologie und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Über Prof. Dr. rer. nat. Silvia Capellino

Die aus Genua, Italien stammende Neuroimmunologin absolvierte ihr Studium der Biologie an der dortigen Universität mit einer Diplomarbeit zur Bedeutung von Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptoren auf menschlichen Keratinozyten“. Im Anschluss forschte sie in der Abteilung für Rheumatologie der Medizinischen Klinik der Universität Genua bei Prof. Maurizio Cutolo. Ihre Doktorarbeit schrieb sie im Rahmen eines Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) der Universität Regensburg zur „Rolle von chromaffin-ähnlichen Zellen im Synovialgewebe von RA-Patienten“. Dafür wurde Sie an der medizinischen Fakultät der Universität Genua im Jahr 2007 mit Summa cum laude zum Dr. rer. nat. promoviert.

Als Post-Doc bei Prof. Rainer Straub in Regensburg im Labor für neuroendokrine Immunologie leitete sie die Arbeitsgruppe zur „Bedeutung von Tyrosin-Hydroxylase positiven Zellen bei der Arthritis“. Dies geschah im Rahmen des DFG-Projektes „Molekulare Analyse und Interaktionen an artikulären Grenzflächen“. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore zu immun-endokrinologischen und immun-onkologischen Themen, wandte sich Capellino erneut rheumatologischen Themengebieten zu. Bei Prof. Dr. med. Ulf Müller-Ladner an der Kerkhoff Klinik in Bad Nauheim, Universitätsklinikum Gießen, forschte sie zur „Bedeutung des Neurotransmitters Dopamin auf den Knochenstoffwechsel bei der Arthritis“. Mithilfe einer Start-up Förderung der DGRh konnte sie sich in dieser Zeit erfolgreich um ein „Marie Curie Individual Fellowship-Stipendium der EU" bewerben.

Gegenwärtig ist Professorin Capellino am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund tätig und hält seit März 2020 eine außerplanmäßige Professur an der Universität Dortmund-Essen. Die 44-jährige ist in verschiedenen wissenschaftlichen Gesellschaften und Gremien aktiv, unter anderem seit 2017 als Sprecherin der GEBIN (German Endocrine Brain Immune Network).

Verleihung des Rudolf-Schoen Preises

2021

Privatdozent Dr. med. Alexander Pfeil ausgezeichnet

Computerbasierten Röntgenbildanalyseverfahren liefern zuverlässig, schnell und objektiv Daten, um die radiologische Progression und den Therapieerfolg im klinischen Alltag quantifizierbar zu machen. Die wissenschaftliche Arbeit von Privatdozent Dr. med. Alexander Pfeil mit dem Titel „Computerassistierte Gelenkspaltweitemessung der Fingergelenke – Methodik und klinische Evaluierung bei Patienten mit rheumatoider Arthritis“ leistet dahingehend einen wichtigen Beitrag für die rheumatologische Forschung. Dafür zeichnet ihn die Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie dieses Jahr mit dem Rudolf-Schoen-Preis aus. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Über PD Dr. med. Alexander Pfeil

Sein Studium der Humanmedizin schloss Alexander Pfeil an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena ab. Dort begann er auch seine berufliche Laufbahn – zunächst in der interventionellen Radiologie, worin er eine umfassende Ausbildung mit Fokus auf die rheumatologische Bildgebung absolvierte. Der Rheumatologe leitet heute stellvertretend den Funktionsbereich Rheumatologie der Klinik für Innere Medizin und er leitet die rheumatologische Tagesklinik und den stationären Bereiches Rheumatologie am Universitätsklinikum Jena. Besonderes Interesse von Dr. Pfeil gilt der Bildgebung und künstlicher Intelligenz unter der Verwendung von computerbasierten Diagnoseverfahren bei Patienten mit entzündlichen Gelenkerkrankungen. Seine Habilitation zum Thema „Computerassistierte Gelenkspaltweitemessung der Fingergelenke – Methodik und klinische Evaluierung bei Patienten mit rheumatoider Arthritis“ schloss er im Jahr 2014 ab.

Mit dem Rudolf-Schoen-Preis für Rheumatologie ehrt die Stiftung der DGRh hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Rheumatologie. Sie möchte damit junge Wissenschaftler in der Rheumaforschung fördern und in ihrer Arbeit unterstützen. Der Vorstand der Schoen-Stiftung begutachtet die eingesandten Arbeiten und entscheidet über die Preisvergabe. Weitere Informationen zu Preis, Preisträger und Laudatio finden Sie auch auf der Website der DGRh.

Archiv: 2020 bis 1999

Preisträger 2020
PD Dr. med. Valentin Schäfer 

Affiliation: Seit März 2018 leitet Dr. Schäfer die Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie am Universitätsklinikum Bonn.
Auszeichnung für: Seine wegweisenden wissenschaftlichen Arbeiten zur Integration moderner Ultraschallverfahren in die rheumatologische Diagnostik und Krankheitsaktivitäts-Scores, insbesondere bei Arthritis und Großgefäßvaskulitiden.
Laudator: Professor Dr. med. Hendrik Schulze-Koops, Präsident der DGRh, Kongresspräsident 2020 und Leiter der Rheumaeinheit am Klinikum der LMU München.

Preisträger 2019
Dr. med. Martin Kriegel 

Auszeichnung für: Ein Auslöser der entzündlich-rheumatischen Krankheit „systemischer Lupus erythematodes (SLE)“ etwa könnten Darmbakterien sein, die körpereigenen Strukturen ähneln. Für die Forschung an diesen Vorgängen, zeichnet die Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) in diesem Jahr Dr. med. Martin Kriegel mit dem Rudolf-Schoen-Preis aus.
 

Preisträgerin 2017
Dr. Uta Kiltz

Affiliation: Am Rheumazentrum Ruhrgebiet in Herne legte sie 2007 ihre Facharztprüfung für Rheumatologie ab und arbeitet heute dort als Oberärztin.
Auszeichnung für:
Die Juroren würdigen damit die Erkenntnisse der 45-jährigen Rheumatologin zur Rolle von Krankheitslast und Lebensqualität bei Patienten mit axialer Spondyloarthritis (SpA).
Laudator: Professor Dr. med. Hanns-Martin Lorenz, Präsident der DGRh und Vorstandsmitglied der Stiftung.
 

Preisträgerin 2015
Dr. med. Bimba Franziska Hoyer

Affiliation: Seit 2005 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Assistenzärztin an der Charité in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Falk Hiepe und Mitarbeiterin einer Liaisongruppe am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum.
Auszeichnung für: Ausgezeichnet wird Dr. med. Bimba Franziska Hoyer für die Erforschung der Rolle von Plasmazellen in einem Mausmodell des Lupus erythematodes. Die Forschungsergebnisse eröffnen die Möglichkeit einer auf Heilung zielenden Behandlung von Autoimmunerkrankungen.
 

Preisträger 2013
PD Dr. med. Jörg Distler

Affiliation: Seit 2006 ist er Forschungsgruppenleiter an der Medizinischen Klinik 3 und am Institut für klinische Immunologie der Universität Erlangen-Nürnberg. Klinisch ist er als Leiter der rheumatologischen Poliklinik tätig.
Ausgezeichnet für: Dr. Distler wird für die Erforschung eines gestörten Signalwegs bei systemischer Sklerose ausgezeichnet. Die Forschungsergebnisse eröffnen eine Perspektive für eine mögliche kausal orientierte Behandlung dieser außerordentlich schweren und heimtückischen Erkrankung. 
 

Preisträger:innen 2010
Dr. Julia Holle, Jan Leipe, Alla Skapenko

Affiliation: In diesem Jahr erhalten drei Wissenschaftler den Preis: die Rheumatologin Julia Holle vom Klinikum Bad Bramstedt sowie der Arzt Jan Leipe und die Biologin Alla Skapenko von der Rheumaeinheit der LMU München.
Auszeichnung für: Die Arbeitsgruppe um Leipe und Skapenko erhalten den Preis für ihre Arbeit „Th17 cells in autoimmune arthritis“. Frau Dr. Julia Holle wird für ihre Habilitationsarbeit „Wegenersche Granulomatose - Neue Aspekte zu Verlaufsformen, Biomarkern, genetischen Risikofaktoren und Prognose“ ausgezeichnet.
Laudator: DGRh-Präsident Professor Wolfgang Rüther.
 

Preisträgerin 2006
Dr. Annette D. Wagner, Hannover

Ausgezeichnet für die Arbeit: "Ätiopathogenese der Riesenzellarteriitis - unter besonderer Berücksichtigung der dendritischen Zelle"

Preisträger 2004
PD Dr. Peter Lamprecht, Universitätsklinikum Lübeck 

Ausgezeichnet für die Arbeit: "Pathogenetische Bedeutung CD28 negativer T-Zellen bei der Wegenerschen Granulomatose"

Preisträgerin 2001
PD Dr. Karin Elke Manger, Bamberg

Ausgezeichnet für die Arbeit: "Systmischer Lupus Erythematodes
I. Prognosefaktoren und Outcomekriterien
II. Bedeutung des FcγRIIa/IIIa und IIIb-Polymorphismus für Klinik und Verlauf"

Preisträger 2000
PD Dr. Christof Specker, Düsseldorf 

Ausgezeichnet für die Arbeit:"Das Antiphospolipid-Syndrom" und

PD Dr. Thomas Dörner, Berlin 

Ausgezeichnet für die Arbeit: "Humorale Veränderungen und ihre molekularen Grundlagen bei systemischen Autoimmunerkrankungen"

Preisträger 1999
Dr. Armin Schnabel, Lübeck 

Ausgezeichnet für die Arbeit: "Immundiagnostik und Immunpathologie pulmonaler Vaskulitiden" 

PD Dr. Jürgen Wollenhaupt 

Ausgezeichnet für die Arbeit: "Klinisches Spektrum und erregerbezogene Diagnositk der Chlamydien-induzierten Arthitis"

nach oben