Unter Federführung der italienischen und mit Unterstützung der deutschen, französischen und portugiesischen Fachgesellschaften für Rheumatologie fand vom 4. bis 6. Juli nach Corona-bedingter Pause die 6. European Summer School in Florenz statt.
Angereist waren neben den 59 Teilnehmer:innen die Referentinnen und Referenten aus allen vier teilnehmenden Ländern. Das direkt am Arno gelegene Tagungszentrum, in das die italienische Fachgesellschaft unter Kongressleitung von Professor Marco Matucci Cerinic geladen hatte, bot eine malerische Kulisse. Während der zahlreichen Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden zeigte sich Florenz direkt vor den Hoteltüren bei sommerlichen Temperaturen von seiner besten Seite.
Gemeinschaftlich hatten die vier rheumatologischen Fachgesellschaften unter Professor Marco Matucci Cerinic im Vorfeld ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm entwickelt. In dem dreitägigen Intensivkurs präsentierten sie nicht nur hervorragende Fachvorträge, sondern vermittelten im Rahmen interaktiver Workshops in kleinen Gruppen auch ihr Wissen – von molekularen Grundlagen bis hin zu klinischen Basics wie hands-on Tipps in der Gelenkuntersuchung. Fachlich wurde nahezu die gesamte Bandbreite der Rheumatologie beleuchtet: von Arthritiden über Kollagenosen zu Vaskulitiden, von pragmatischen Tipps für die Praxis bis hin zu komplexen neuen klinischen und pharmakologischen Ansätzen.
Insgesamt zeichnete sich die EU Summer School aber nicht nur durch die reine Wissensvermittlung, sondern auch durch den Kontakt zu internationalen jungen Kolleg:innen und den erstklassigen Redner:innen aus. Begegnungen in den Pausen und bei gemeinsamen Abendessen förderten den fachlichen Dialog und den persönlichen Austausch. Bei gemeinschaftlichem Sightseeing und länderübergreifendem Verfolgen der zeitlich stattfindenden Fußball-EM wurden viele neue Kontakte geknüpft, die sicherlich auch über die Veranstaltung hinaus bestehen bleiben werden.
Von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinischer Immunologie e.V. verantwortete inhaltlich maßgeblich Professor Christof Specker die EU Summer School 2024. Von Anfang fiel die Tagung durch eine sehr sorgfältige Planung auf und setzt Maßstäbe für zukünftige Veranstaltungen. Die EU Summer School trug damit auch in diesem Jahr der Vielfalt und den Perspektiven, die die Rheumatologie bietet, in jeder Hinsicht Rechnung. Sie wird allen Teilnehmer:innen sicherlich lange in Erinnerung bleiben.
Unser herzlicher Dank gilt der DGRh, Professor Specker, und natürlich der italienischen, französischen und portugiesischen Fachgesellschaft.
Dr. Conradi Rütter
Nach Florenz in 2015 und Lyon in 2016 war dieses Jahr Leipzig Tagungsort der europäischen Summerschool für junge und angehende Rheumatologen. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie als Gastgeberin hatte dazu vom 6. bis 8. Juli in die „Salles de Pologne“ mitten im Stadtzentrum geladen. Neben Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland beteiligte sich dieses Jahr zum ersten Mal auch Portugal. Dadurch wuchs die Teilnehmerzahl von zuvor 40 und 55 auf insgesamt 74 junge Ärztinnen und Ärzten. Aus allen fünf Ländern kamen auch die 25 Referenten.
Gemeinsam mit den Partnergesellschaften hatte Professor Christof Specker federführend ein vielseitiges Programm entwickelt: In einem zweieinhalbtägigen Intensivseminar vermittelten die Referenten in Vorträgen und interaktiven Workshops rheumatologisches Wissen – von immunologischen Grundlagen bis zu klinischen Fertigkeiten. Neu war in diesem Jahr ein rheumatologisches Quiz, das „Knowledge Bowl“ der fünf Nationen, das bei allen Teilnehmern viel Anklang fand. Spanien gewann die lebhafte Raterunde souverän.
In den Workshops diskutierten die Teilnehmer klinische Problemfälle zu Gicht und SLE, zudem wurde die Interpretation von Röntgenbefunden, das diagnostische Vorgehen bei erhöhter CK und die klinische Untersuchung von Schulterschmerzen demonstriert. Teilweise stimmten sie über Fragen der Referenten mittels Smartphone ab, um die sofort visualisierten Antworten unmittelbar zu diskutieren. Auch eine Vorlesung kombiniert mit Falldiskussionen und Wissensfragen zum Management von Schwangerschaften bei rheumatischen Erkrankungen nahmen die jungen Kolleginnen und Kollegen als „sehr interaktiv und interessant“ wahr.
Die Organisation vor Ort unterstütze maßgeblich Professor Christoph Baerwald. Die Gesamtorganisation der 3. EU Summerschool lag bei der Rheumaakademie. Plätze für eine Teilnahme vergeben jedes Jahr die jeweiligen nationalen Fachgesellschaften an junge Kolleginnen und Kollegen ihres Landes. In Deutschland bewährte sich hierbei die Auswahl der Teilnehmer über die „Rheumadocs“. Auch die Kosten tragen die Partnergesellschaften gemeinsam, ergänzt durch Beiträge von Industriepartnern. Die 4. EU-Summerschool in 2018 ist bereits geplant. Gastgeberin wird die portugiesische Fachgesellschaft für Rheumatologie sein.
Hier finden Sie den Programmflyer und Fotos der Veranstaltung.
Im September 2015 hatte Prof. Marco Mattuci (Lehrstuhl für Rheumatologie der Universität Florenz) eine erste 3-tägige „europäische Summerschool“ für junge und angehende Rheumatologen aus Italien, Frankreich und Deutschland in Florenz organisiert. Die rheumatologischen Fachgesellschaften der teilnehmenden Länder haben diese Veranstaltung materiell und ideell unterstützt. Auch die Referenten setzten sich aus den drei Ländern zusammen. Aufgrund des großen Anklanges dieser Veranstaltung, wurde sie dieses Jahr von Prof. Thierry Thomas (Lehrstuhl für Rheumatologie in St. Etienne) in Lyon ausgerichtet.
Anfang Juli 2016 trafen sich wieder über 50 junge Rheumatologen, dieses Mal auch aus Spanien, mit über 20 Referenten aus den teilnehmenden EU-Ländern. Die Deutschen Teilnehmer wurden über die Rheumadocs (www.rheumadocs.de) rekrutiert, die Referenten wieder über die DGRh. Die Mischung aus Vorträgen, interaktiven Workshops und Diskussionsrunden kamen – auch begünstigt durch ein schönes, hoch-sommerliches Ambiente in Lyon – bei den Teilnehmern wieder sehr gut an. Das Programm von 2016 kann unter hier eingesehen werden und die Auswertung einer Umfrage der Teilnehmern zu der Veranstaltung hier.
Im kommenden Jahr soll die Veranstaltung von der DGRh in Deutschland ausgerichtet werden. Erste Infos werden Anfang 2017 auf der Website der DGRh veröffentlicht. Interessenten können sich an die Rheumadocs oder an die Geschäftsstelle der DGRh wenden.
Christof Specker