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Arbeitskreis Lungenbeteiligung bei rheumatologischen Erkrankungen

Aufgaben des Arbeitskreises

Die Arbeit des DGRh-Arbeitskreises "Lungenbeteiligung bei rheumatologischen Erkrankungen" zielt darauf ab, das Verständnis der Zusammenhänge zwischen rheumatologischen Erkrankungen und Lungenbeteiligungen zu vertiefen. 

Die Gruppe setzt sich aus Experten verschiedener Disziplinen zusammen, einschließlich Rheumatologie, Pneumologie, Radiologie und Immunologie, um einen multidisziplinären Ansatz zu gewährleisten.

Ziele:

  • Verbesserung des Verständnisses der Mechanismen, die zu Lungenbeteiligungen bei rheumatologischen Erkrankungen führen.
  • Förderung der Früherkennung und effektiven Behandlung von Lungenbeteiligungen, um die Lebensqualität betroffener Patienten zu verbessern.
  • Entwicklung von innovativen Therapieansätzen zur Behandlung von Lungenbeteiligungen bei rheumatologischen Patienten.

Inhalte/Arbeitsthemen:

  • Untersuchung der Epidemiologie von Lungenbeteiligungen bei rheumatologischen Erkrankungen.
  • Analyse der Immunreaktionen und Entzündungsprozesse in der Lunge, die mit rheumatologischen Erkrankungen assoziiert sind.
  • Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten zur Behandlung von Lungenbeteiligungen.
  • Entwicklung von Patientenbildungsmaterialien und Schulungsprogrammen für medizinisches Fachpersonal zur Verbesserung der Versorgung und des Managements von Patienten

Dazu sind folgende Arbeitsaufgaben geplant:

  • Erfassung der Präsenz und Ausstattung von ILD-Boards in Deutschland
  • Durchführung von Studien zur Erforschung der Pathophysiologie von Lungenbeteiligungen bei rheumatologischen Erkrankungen.
  • Entwicklung und Evaluation von Diagnoseverfahren zur frühzeitigen Erkennung von Lungenbeteiligungen.
     

Mitglieder des Arbeitskreises

Sprecher
Univ.-Prof. Dr. med. MUDr. Valentin S. Schäfer

Stellv. Sprecher
Prof. Dr. med. Andreas Krause

Mitglieder
Dr. med. Claus-Jürgen Bauer 
Prof. Dr. med. Sven Gläser 
Prof. Dr. med. Okka Hamer 
PD Dr. med. Daniel Kütting 
Dr. med. Simon Petzinna
Prof. Dr. med. Andreas Schlitzer 
Prof. Dr. med. Dirk Skowasch 

Die Zusammensetzung des Arbeitskreises bildet den multidisziplinären Charakter des Themenfeldes ab. Neben der internistischen Rheumatologie sind Pneumologie, Radiologie und Immunologie vertreten.

Kurzberichte

2025 - 2026

Ziele und Arbeitsschwerpunkte

  • Verbesserung der Früherkennung pulmonaler Organmanifestationen bei entzündlich-rheumatologischen Erkrankungen. 
  • Stärkung interdisziplinärer Diagnose- und Versorgungspfade zwischen Rheumatologie, Pneumologie, Radiologie und Immunologie. 
  • Evaluation moderner, möglichst strahlenarmer und niedrigschwelliger Bildgebungsverfahren, insbesondere Ultra-Low-Dose-CT und Lungenultraschall. 
  • Analyse der Versorgungsrealität in Deutschland, einschließlich Struktur, Nutzung und Qualität interdisziplinärer ILD-Boards. 
  • Ableitung von Fortbildungs- und Standardisierungsbedarfen für die rheumatologische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit ILD.

Tätigkeiten ab 09/2025

  • 09/2025
    Publikation Nationales ILD-Board-Projekt: Publikation der unter DGRh-Schirmherrschaft durchgeführten nationalen Umfrage zu ILD-Boards in der Zeitschrift für Rheumatologie. Die Befragung umfasste 125 ärztliche Teilnehmende aus 15 Bundesländern und zeigte neben hoher Akzeptanz auch Optimierungsbedarf bei Standardisierung, technischer Infrastruktur und interdisziplinärer Beteiligung.
  • 2025/2026
    Transfer der ILD-Board-Ergebnisse: Ableitung von Diskussionspunkten für interdisziplinäre Fallkonferenzen, insbesondere zur rheumatologischen Einbindung, strukturierten Zuweisung, Dokumentation und bundesweiten Vergleichbarkeit.
  • 01-04/2026
    CareILD: Konzeption und Durchführung einer bundesweiten webbasierten Querschnittsbefragung zur Versorgungsrealität der ILD aus pneumologischer und rheumatologischer Perspektive.
  • 03/2026
    Kongressabstracts zur strahlenarmen Thoraxbildgebung: Einreichung mehrerer Abstracts zur Ultra-Low-Dose-CT bei RA, Kollagenosen, ANCA-assoziierten Vaskulitiden und Sarkoidose.
  • 2026
    LUSonAID / Lung Ultrasound on Autoimmune Diseases: Fortführung der Auswertung einer multimodalen Querschnittsstudie mit Lungenultraschall, Thoraxbildgebung, Lungenfunktion und klinisch-laborchemischem Assessment.

Wissenschaftliche Ergebnisse und Publikationen (Uniklinik Bonn)

Ein Schwerpunkt der Berichtsperiode liegt auf der wissenschaftlichen Sichtbarmachung interdisziplinärer ILD-Versorgung und strahlenarmer thorakaler Bildgebung. Die folgenden Beiträge können im Tätigkeitsbericht genannt werden; bei den Abstracts sollte der finale Kongressstatus noch abgeglichen werden.

  • Bauer CJ et al.: Nationale Umfrage zur Präsenz von interdisziplinären Fallkonferenzen bei interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD-Boards) an Kliniken in Deutschland. Zeitschrift für Rheumatologie, 2025. DOI: 10.1007/s00393-025-01660-w
  • Rodemann JP et al.: Einsatz der Ultra-Low-Dose-Computertomographie des Thorax bei rheumatoider Arthritis zur Detektion einer pulmonalen Beteiligung. Rhk Abstract 2026
  • Altuntas N et al.: Strahlenarme Detektion pulmonaler Manifestationen bei Kollagenosen und ANCA-assoziierten Vaskulitiden mittels Ultra-Low-Dose-CT. Rhk Abstract 2026
  • Klasbrummel K et al.: Ultra-Low-Dose-CT bei Sarkoidose: niedrige Strahlenexposition, hohe diagnostische Aussagekraft. RHk Abstract 2026
  • Schäfer VS et al.: Versorgungsrealität der interstitiellen Lungenerkrankung in Deutschland: bundesweite Querschnittsbefragung zu Perspektiven aus Pneumologie und Rheumatologie. CareILD / RhK 2026
  • Reinsberg M et al.: Interstitial lung diseases in rheumatological diseases. Pneumologie, 2026. DOI: 10.1055/a-2880-3076

Projektstand: ausgewählte laufende Vorhaben

  • Nationales ILD-Board-Projekt: 
    Die nationale Befragung zu interdisziplinären ILD-Fallkonferenzen stellt eine wichtige Grundlage für die weitere Strukturentwicklung dar. Die Ergebnisse zeigen eine relevante Verbreitung von ILD-Boards in Deutschland und unterstreichen zugleich die Notwendigkeit, die rheumatologische Beteiligung, digitale Infrastruktur und Standardisierung weiter zu stärken.
  • CareILD:
    CareILD adressiert die Real-World-Versorgung interstitieller Lungenerkrankungen in Deutschland. Erfasst werden unter anderem diagnostische Strategien, Teilnahme und Struktur von ILD-Boards, therapeutische Entscheidungsprozesse, Verlaufskontrollen sowie Barrieren bei der Leitlinienumsetzung.
  • Ultra-Low-Dose-CT und Lungenultraschall am Universitätsklinikum Bonn
    Die Arbeiten zur Ultra-Low-Dose-CT bei RA, Kollagenosen, ANCA-assoziierten Vaskulitiden und Sarkoidose sowie die LUSonAID-Auswertung verfolgen das Ziel, pulmonale Manifestationen frühzeitiger, sensitiver und mit geringerer Belastung für Patientinnen und Patienten zu detektieren.

Geplante nächste Schritte 2026 - 2027

  • Abstimmung einer nächsten Sitzung des Arbeitskreises mit Fokus auf Arbeitspakete, Verantwortlichkeiten und Zeitschiene.
  • Weiterentwicklung der ILD-Board-Ergebnisse zu praxisnahen Empfehlungen für Struktur, Dokumentation und interdisziplinäre Beteiligung.
  • Auswertung und Publikation der CareILD-Daten mit besonderem Augenmerk auf Versorgungslücken und Fortbildungsbedarf.
  • Weiterführung der Bildgebungsprojekte zur ULDCT und zum Lungenultraschall einschließlich Kongressbeiträgen und Manuskripten.
  • Prüfung von Schulungsformaten oder kurzen Website-Materialien für Fachpersonal und ggf. Patientinnen und Patienten.
     

2024 - 2025

06/24: 1. Sitzung des DGRh-Arbeitskreises „Lungenbeteiligung bei rheumatologischen Erkrankungen“

National ILD-Board-Projekt
Nationale Umfrage zur Präsenz von ILD-Boards an deutschen Kliniken unter der Schirmherrschaft der DGRH
National survey on the presence of multidisciplinary meetings for interstitial lung diseases (ILD-MDM) in hospitals in Germany

Nationale ILD Board-Untersuchung - Ergebnisse

An der Umfrage nahmen 125 Ärzt:innen aus 15 Bundesländern teil.
Nachzulesen in der Zeitschrift für Rheumatologie:
[Ref.] Bauer et al. Z Rheumatol (2025)
https://doi.org/10.1007/s00393-025-01660-w

 

2023 - 2024

1. PULSAR- Studie
(PULmonale Beteiligung und SchlafApnoe in rheumatologischen Erkrankungen)

Studiendesign:

  • Multimodale prospektive Kohortenstudie mit Kontrollgruppe
  • Neu diagnostizierte, unbehandelte RA/ PsA
  • Longitudinales Follow-Up von 12 Monaten, Untersuchungsintervall: alle 3 Monate
  • Anamnesebogen, körperliche Untersuchung, Laborparameter, Bodyplethysmographie inkl. DLCO, 6-Minuten Gehtest, TTE, Röntgen-Thorax, kardiorespiratorische Polygraphie, Epworth Sleepiness Scale
  • Objectives:
    - Prävalenz von pulmonalen Anomalien und schlafbezogenen Atmungsstörungen bei Patienten mit neu diagnostizierter RA oder PsA 
    - Entwicklung eines diagnostischen Algorithmus zur Detektion von Risikopatienten

Results:

  • Einschluss 54 Arthritis-Patienten (26 RA Patienten, 24 PsA Patienten), 26 Kontrollprobanden
  • Baseline: 
    - Prävalenz pulmonaler Manifestationen: 37,0 % (35,3 % symptomatisch / 64,7 % asymptomatisch)
    - Risikofaktoren: Patientenalter 58,2 Jahre (p = .002*), Rheumafaktor > 14 IU/ml (p = .026*)
    - Protektiver Faktor: DAS28CRP < 3,2 (p = .114)
  • Follow-Up: 
    - Signifikanter Abfall der CRP- und DAS28-Werte (p < .001*), signifikante Verbesserungen der Gehstrecke im 6MWT (p < .001*)
    - Rückgang restriktiver Ventilationsstörungen von 19,0 % auf 12,5 % (p = .373), jedoch keine Assoziation zu Krankheitsaktivität und rheumatologischer Medikation
  • Prävalenz schlafbezogener Atmungsstörungen: 38,5 %
  • Risikofaktoren: Alter 57,0 Jahre (p < .001*), männliches Geschlecht (p = .004*), ESS > 10 (p = .036*)

Discussion:

  • Lungenbeteiligung häufige extraartikuläre Manifestation sowohl bei RA als auch bei PsA
  • Oft keine respiratorische Symptomatik
  • Implementierung eines Screening-Protokolls bei Erstdiagnose:
  • Frühzeitige Erkennung und Behandlung von pulmonalen Manifestationen/ schlafbezogenen Atmungsstörungen?
  • Keine signifikanten Veränderungen bei klinischer Untersuchung,  Lungenfunktionstests und 6MWT im Verlauf

=> Bedarf an sensitiveren und spezifischeren Follow-Up-Tools für pulmonale Veränderungen und Progression
 

2. LUSonAID Studie
(LungUltraSound on AutoImmun Diseases)

Studiendesign:

  • Multimodale Querschnittstudie mit Kontrollgruppe
    - Klinisches Assessment
    - Laborchemisches Assessment inklusive Biobanking
    - Bildgebendes Assessment: LUS mittels Butterfly iQ+, Röntgen-Thorax/ HRCT, TTE
    - Lungenfunktionsuntersuchung (BGA, Diffusion, Bodyplethysmographie, 6MWT)
  • Objective:
    - Prävalenz von pulmonalen Anomalien bei Patienten mit RA oder PsA , AAV oder Kollagenose
    - Entwicklung eines diagnostischen Algorithmus (inklusive LUS) zur Detektion von Risikopatienten
  • 14 Areale insgesamt
  • 0/1/2/3 Punkte pro Areal
  • max. 42 Punkte pro Patient
  • Berechnung LUS-Score: Gesamtpunktzahl / Beurteilte Areale

Methodik:

  • Gesunde Lunge im Ultraschall:
    - Hoher Impedanzunterschied (Luft/ umliegendes Weichgewebe), Reflexion Ultraschallwellen hoch
    - Pleura: hyperechogen, dünn, regelmäßig. Glatte atemsynchrone Bewegungen („lung sliding“)
    - Lungengewebe: horizontale Artefakte („A-Linien“): wiederholte Reflexionen Pleuralinie
  • Interstitielle Lungenerkrankungen im Ultraschall
    - Verminderter Impedanzunterschied
    - Pleuraveränderungen: unregelmäßig, verdickt, unscharf, fragmentiert
    - Lungengewebe: vertikale, hyperechogene, atemsynchrone Artefakte von Pleura ausgehend („B-Linien“) +  kleine subpleurale hypoechoische Bereiche
  • B-Linien: Dichte subpleurales Lungengewebe erhöht (u.a. kardiogenes Lungenödem, Pneumonie)

Results:

  • Studienrekrutierung abgeschlossen:
    60 Patienten mit RA, 60 Patienten mit PsA, 60 Patienten mit AAV, 60 Patienten mit Kollagenose
  • Statistische Analyse
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