Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh) ernennt Prof. Dr. med. Elisabeth Märker-Hermann zum Ehrenmitglied. Mit der Auszeichnung würdigt die Fachgesellschaft ihre langjährigen Verdienste um die Rheumatologie, ihr wissenschaftliches Engagement und ihren besonderen Einsatz für die DGRh. Über Jahrzehnte hat Märker-Hermann die Entwicklung der Fachgesellschaft in unterschiedlichen Funktionen begleitet und mitgestaltet. Von 2005 bis 2006 stand sie als erste Präsidentin an der Spitze der DGRh.

Elisabeth Märker-Hermann studierte Humanmedizin an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und promovierte 1984 mit einer Arbeit zu Azathioprin in der Therapie der chronischen Polyarthritis. Ihre fachärztliche Ausbildung führte sie nach Bad Kreuznach, an die Rheumatologische Universitätsklinik des Felix Platter Spitals in Basel und zurück an die Universität Mainz. Dort habilitierte sie 1993 mit einer Arbeit zur Immunpathogenese der reaktiven Arthritis und der Spondylitis ankylosans.
Ein Forschungsaufenthalt als Visiting Professor an der Harvard Medical School in Boston führte sie 1998 in die Arbeitsgruppe von Prof. Michael Brenner. Im Mittelpunkt standen dort Zielantigene synovialer Gamma Delta T Lymphozyten. Zu ihren weiteren wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen die Immunpathogenese HLA-B27 assoziierter Spondyloarthritiden, die Psoriasisarthritis sowie Organmanifestationen rheumatischer Erkrankungen. Märker-Hermann veröffentlichte mehr als 230 wissenschaftliche Arbeiten in internationalen Fachzeitschriften und Fachbüchern.
Im Jahr 2002 übernahm sie die Leitung der Klinik Innere Medizin IV mit den Schwerpunkten Rheumatologie, Klinische Immunologie und Nephrologie an den Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden. Bis Ende 2023 war sie dort als Klinikdirektorin tätig. Seither arbeitet sie ambulant rheumatologisch an der DKD Helios Klinik Wiesbaden.
Langjähriges Engagement für die DGRh und die Innere Medizin
Von 1996 bis 2024 gehörte Märker-Hermann dem wissenschaftlichen Beirat der DGRh an. Als erste Präsidentin der Fachgesellschaft in den Jahren 2005 und 2006 setzte sie wichtige Akzente für die Weiterentwicklung der Rheumatologie. Ein besonderes Anliegen war und ist ihr zudem die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Auch über die DGRh hinaus übernahm sie zahlreiche Funktionen. In der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin engagierte sie sich unter anderem in der Nachwuchsförderung, initiierte ein Mentoringprogramm für Habilitierende und war 2012 und 2013 erste weibliche Vorsitzende der DGIM und Präsidentin ihres Kongresses. Darüber hinaus war sie Vorsitzende des Stiftungsrats des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums und ist in den Kuratorien der Deutschen Rheumastiftung und des Carol-Nachman-Preises aktiv.
Elisabeth Märker-Hermann war 2005 die seit 1927 erste Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und ist, aus meiner Sicht, die bedeutendste Rheumatologin in Deutschland. Ihre Leidenschaft für differenzialdiagnostisches Denken ist gepaart mit einem ehrlichen empathischen Einsatz für die Patienten.
Für ihre wissenschaftliche und fachgesellschaftliche Arbeit erhielt Märker-Hermann zahlreiche Auszeichnungen. Dazu gehören die Dr. Franziskus Blondel Medaille, die Leopold Lichtwitz Medaille der DGIM, die Wiesbadener Lilie sowie 2025 die Carol Nachman Medaille. Ebenfalls 2025 ernannte die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin sie zum Ehrenmitglied.
Mit der Ehrenmitgliedschaft würdigt die DGRh das langjährige wissenschaftliche und fachgesellschaftliche Wirken von Prof. Dr. med. Elisabeth Märker-Hermann sowie ihren Beitrag zur Weiterentwicklung und Sichtbarkeit der Rheumatologie.
