Eine der Kernkompetenzen der Rheumatologie ist die Klinische Immunologie. Das Immunsystem jedoch kennt keine Organgrenzen, so manifestieren sich Erkrankungen des entzündlich rheumatischen Formenkreises an unterschiedlichen Organen des Körpers. Vor diesem Hintergrund gründen sich immer mehr Entzündungszentren als innovative Versorgungsstrukturen, deren Mitglieder immunologisch versierte Kolleginnen und Kollegen verschiedener medizinischer Fachrichtungen sind. In Kooperation miteinander sollen Diagnostik und Therapie zum Nutzen des Patienten optimiert und interdisziplinär konsentiert werden. Dies trägt der Bedeutung der Klinischen Immunologie als Querschnittsfach der Medizin Rechnung.
Ziel der ad hoc Kommission ist es, eine Matrix zu entwickeln für die Zertifizierung dieser Entzündungszentren als „DGRH-zertifiziertes Entzündungszentrum“. Somit wollen wir die inhaltlichen und strukturellen Punkte definieren und konsentieren, deren Vorhalten und Erfüllung die Grundvoraussetzung für die Erteilung des DGRh-Zertifikats ist. Dazu werden auch Kollegen aus anderen Fächern der Entzündungsmedizin wie Gastroenterologie und Dermatologie eingeladen, um einen möglichst breiten Konsens zu ermöglichen.
Sprecher
Prof. Dr. med. Hanns-Martin Lorenz
Stellvertretender Sprecher
Prof. Dr. med. Jörg Henes
Mitglieder
Prof. Dr. med. Gunter Aßmann
Prof. Dr. med. Martin Aringer
Dr. med. Jule Bachl
Prof. Dr. med. Frank Behrens
Prof. Dr. med. Ricardo Grieshaber-Bouyer
Prof. Dr. med. Ina Kötter
Prof. Dr. med. Jan Leipe
Prof. Dr. David Simon
Prof. Dr. med. Reinhard Voll
Gastmitglieder
Prof. Dr. med. Nisar P. Malek (DGVS)
Prof. Dr. med. Alexander Enk (DDG)
Corinna Elling-Audersch (DRL)
Dieter Wiek (DRL)
Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle: Dr. Anna Taranko
2025 - 2026
Zertifizierung als Grundlage für Kassenverhandlungen/ Finanzierung der personalisierten Versorgung an ZPM
Zertifizierung von interdisziplinären Entzündungszentren als Grundlage für interdisziplinäre Versorgung in der Entzündungsmedizin
Gründung und Zertifizierung von Zentren für Personalisierte Medizin „Immunvermittelte Erkrankungen“ im Rahmen eines Antrags beim G-BA
Gemeinsame Zertifizierung der zu etablierenden ZPM (zunächst) durch drei Fachgesellschaften (Dermatologie, Gastroenterologie und Rheumatologie)
Zielsetzung
Beratungsstand
Beratungsstand nach Kiel + Kommissionssitzung DGRh 31.10.25 – Stufe 2
Obligat:
- Interdisziplinarität
- Interdisz. Boards oder/und gemeinsamen interdisz. Sprechstunden, 2-3 Sprechstunden/14 Tage in unterschiedlicher Konstellation unter Teilnahme von Mitgliedern des EZ
- Mindestens 3 klinische Fachbereiche mit Entzündungsschwerpunkt
- Expertise (Facharztstandard....)
- Physische Präsenz von mindestens 2 Fachbereichen vor Ort
- Einheitliche Entscheidungsmatrix für den Einsatz von Biologika/Zelltherapien
- Strukturierte Erhebung der Patientendaten entlang der vorbestimmten für alle Fachgebiete einheitlichen Kerndatensätze
- Wissenschaftlichkeit (Teilnahme an interventionellen Therapiestudien, Mitarbeit an Registerstudien, Teilnahme an IIT....)
- Zusammenarbeit mit Patientenselbsthilfegruppen (aufgestiegen in obligate Kriterien)
- Anzahl der Boardsitzungen mindestens alle 14 Tage und/oder 150 Fälle/a
Fakultativ:
besser: fachspezifische obligate Kriterien; sind keine harten Kriterien, die Qualitätsindikatoren für ein Entz.Zentrum sind, könnte dennoch von Subspezialitäten definiert werden, aber keine gemeinsamen obligaten Kriterien für alle EZ (d.h. wenn entz. Darmerkr. dann auch Ernährungsberatung etc.); i.e. muss entitätenspezifisch festgelegt werden und muss das EZ besser machen
Zu definieren:
- Mindestzahl an Komponenten, die fakultativ dargestellt werden müssen (müssen die Subspezialitäten definieren)
Beratungsstand nach Kiel – Stufe 3
- wissenschaftliche Kooperation muss sichtbar sein: z.B. Auswertung der interdisziplinär betreuten komplexen Patienten mit standardisiertem Follow-up Komplex = z.B.
- (noch) nicht diskutiert: Biobank (Stufe 3), Symposium, Publikationen (Stufe 3)
Physisch gemeinsam abzuhaltende Sprechstunden (organisatorische und budgetäre Bedenken)
- 3 gemeinsame Publikationen mit KollegInnen unterschiedlicher Fachgebiete des Entzündungszentrums oder anderer immunologisch orientierter Kliniken/Institute in 5 Jahren, nachzuweisen bei der Rezertifizierung
- Strukturierte Erhebung von Gesundheitsdaten, einheitliche Kerndatensätze obligatorisch
- Verfügbarkeit einer Biobank zur Aufbewahrung von Biomaterialien für klinisch-diagnostische und wissenschaftliche Zwecke. SOPs für Gewinnung und Lagerung der Biomaterialien müssen vorhanden sein
- Teilnahme an mind. 2 aktuell rekrutierenden klinischen Studien Obligat. für klin.-mol. DGRh-EZ: mind. 2 interventionelle Studien
- Integration von Patientendaten in nationale oder internationale Register
- Eine Teilnahme an einem interdisziplinären Weiterbildungscurriculum Immunologie muss möglich sein; eine WB-Berechtigung der LÄK soll am Zentrum zumindest beantragt sein, spätestens 2 Jahre nach der Zertifizierung muss die Weiterbildungsberechtigung vorliegen
Register
2024 - 2025
Hintergrund
Erster Beschluss: zwei Zertifikatebenen: klinisches Entzündungszentrum und klinisch-molekulares Entzündungszentrum
Sitzungen 4/24, 6/24, 31.7.24, 10.1.25, 26.5.25, geplant 15.-16.10.25 (Kiel)
Einigung über obligatorische und fakultative Voraussetzungen der Qualifizierung für Erteilung des DGRh-Zertifikats
- „klinisches DGRh-Entzündungszentrum“
- „klinisch-molekulares Entzündungszentrum“
6/24
7/24
Voraussetzungen für Qualifizierung als DGRh-zertifiziertes Entzündungszentrum
Vorschlag: Obligatorische Voraussetzungen (für beide Ebenen?)
1. Breite und mehrjährige medizinische Expertise in der Diagnostik, Differentialdiagnostik und Therapie komplexer, organübergreifender chronisch-entzündlicher Erkrankungen inkl. seltener Erkrankungen
2. Mindestens jährlich 100 interdisziplinär in einem lokalen Entzündungsboard diskutierte und dokumentierte Patienten unter Teilnahme von mind. 3 verschiedenen Teilgebieten der Medizin (z.B. Gastro, Derma, Rheuma); Teilnahme externer Zuweiser muss möglich sein; für DGRh-Zertifikat ist Beteiligung Rheuma Grundvoraussetzung
3. Regelmäßige Symposien des lokalen Entzündungszentrums (auch für externe KollegInnen zugänglich)
4. homepage
3 der 6 der fakultativen Voraussetzungen ok so?
5. Wissenschaftliche Auswertung der interdisziplinär betreuten Patienten, standardisierte follow-up Vorstellung komplexer Patienten (komplex ist zu definieren) (obligat. für molek. DGEZ ?)
6. Verfügbarkeit einer Biobank (Serum, Zellen, Gewebe, DNA) (obligat. für molek. DGEZ; SOP muss definiert sein, damit Proben verwendbar sind für Proteomics, Metabolomics, Sequenzierung etc.)
7. Aktive Teilnahme an Studien
8. Einspeisen von Patientendaten in nationale oder internationale Register
9. Gemeinsame Publikationen mit KollegInnen unterschiedlicher Fächer des Entzündungszentrums (obligat. für molek. DGEZ ?)
10. Teilnahme an einem Interdisziplinären Weiterbildungscurriculum Immunologie; eine WB-Berechtigung der LÄK Immunologie soll am Entzündungszentrum existieren
11. Kooperation Bioinformatik, einheitlicher Kerndatensatz
Mindestens 1-4 müssen erfüllt sein und 3/6 von 5.-11.
Kommission
Qualitätsindikatoren: welche? Wieviele müssen erfüllt sein?
Welche sind conditio sine qua non, welche sind nicht obligatorisch I obligatorisch:
Wissenschaftliche Auswertung der interdisziplinär betreuten Patienten, standardisierte follow-up Vorstellung komplexer Patienten (komplex= off label oder innovative Kombinationstherapie, organ/disziplinübergreifende Verläufe ?) (obligat. für molek. DGEZ ?) wieviele? (mind. 20/Jahr nach erstem Jahr)
6. Verfügbarkeit einer Biobank (Serum, Zellen, Gewebe, DNA) (obligat. für molek. DGEZ; SOP muss definiert sein, damit Proben verwendbar sind für Proteomics, Metabolomics, Sequenzierung etc.) Mindestanzahl von Proben zu nennen?
7. Aktive Teilnahme an Studien Mindestanzahl eingeschleuster Patienten fordern? Eher: Studienliste, an denen Zentrum aktuell aktiv teilnimmt?
8. Einspeisen von Patientendaten in nationale oder internationale Register Mindestzahl?
9. Gemeinsame Publikationen mit KollegInnen unterschiedlicher Fächer des
Entzündungszentrums (obligat. für molek. DGRh-EZ ?)
10. Teilnahme an einem Interdisziplinären Weiterbildungscurriculum Immunologie; eine WB-Berechtigung der LÄK Immunologie soll am Entzündungszentrum existieren WB-curriculum nachweisen, WB-Berechtigung nachweisen
11. Kooperation Bioinformatik, einheitlicher Kerndatensatz (obligatorisch für mol. DGEZ)
Arbeitspunkte der Kommission
• Welche SOP sind nötig?
(wie Patientenzulauf, Ablauf Entzündungsboard, Benachrichtigung einweisender Arzt, Information des Patienten, Sammlung der Patienten in Datenbank inkl. abgegebene Biomaterialien, SOP Biobank, SOP Wiedervorstellung)
• Qualitätsindikatoren: welche? müssen gut nachweisbar und definierbar sein; Definition einer Mindestzahl vorgestellter Fälle? Z.B. Weiterbildungscurriculum Immunologie am Zentrum vorhanden? 1 Symposium! Homepage-Aufbau
Evaluation
Nachweisbarkeit: z.B.
Externe Evaluation der Entzündungszentren durch Mitglieder anderer Zentren? –
fachübergreifend? anhand prädefinierter Qualitätsindikatoren!
Rahmensetzung für Zertifizierung mol. DGRh EZ (wie für ZPM Onkologie)
2023 - 2024
Hintergrund
Agenda der Kommission
Dr. Anna Taranko
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V.
Geschäftsstelle der DGRh
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6, Aufgang C
10179 Berlin
+49 30 240 484 79